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Günther H. Gruhn
Marktgerechte Logistik für mittelständische
Unternehmen
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Inhaltsverzeichnis:
1 Logistik - alter Wein in neuen Schläuchen?
2 Informationsfluß geht vor Materialfluß
3 Aus der Praxis einer Logistikberatung
4 Lean-Management und Lean-Strategien
4.1 Wo liegen die Ertrags-Potentiale und aktuellen
Ertragsreserven?
5 Die Stärken stärken
6 Faktoren einer effizienten Logistik
6.1 Der Faktor Information
6.2 Ertragspotential durch Zielklarheit
7 Die Situation der Logistik-Dienstleister
1 Logistik - alter Wein in
neuen Schläuchen?
"Erst das Verbindende läßt alle Faktoren rund und harmonisch erscheinen." Mit
dieser Feststellung hat Johann Wolfgang von Goethe schon vor 200 Jahren sehr
präzise das Dilemma beschrieben, das heute in den meisten Unternehmen für den
Verlust von schwer erwirtschaftetem Ertrag verantwortlich ist:
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Oft fehlt die strategische Koordinationsfunktion der Logistik, um aus
den vielen Zielkonflikten im Unternehmen synergetische Erträge zu
gewinnen. |
Durch abteilungsbegrenztes Inseldenken, durch Organisationsformen wie
Profitcenter und zum Teil auch durch in der Natur der Menschen begründete
Egoismen gibt es besonders in mittelständischen Unternehmen ein erhebliches
Konfliktpotential. Die fachlichen Auseinandersetzungen verlassen im Hinblick auf
den Siegeswillen der beteiligten Ressort-Verantwortlichen in ihrer Schärfe oft
das "sportliche" Niveau. Dabei wird der Druck besonders in den weniger stark
differenzierten Märkten in rasantem Tempo schärfer. Schon lange haben wir es
zumindest in Mitteleuropa überwiegend mit Käufermärkten zu tun, in denen die
Abnehmer ihre Forderungen an Service, Lagerhaltung, Lieferzeit etc. manchmal
recht forsch durchsetzen. Ganz besonders gilt das auch für den Verkaufspreis.
Was kann getan werden, damit mittelständische Unternehmen dem weiteren
Ertragsverfall strategisch entgegenwirken? Wie können die unterschiedlichen
Ziele auf ein gemeinsames Oberziel koordiniert werden? Der EKS-konforme
Lösungsansatz für künftige Marktanforderungen an den Service bietet die Chance,
Service-Gewinne zu realisieren, anstatt Reibungsverluste weiter zu akzeptieren.
Die Zielsetzung läßt sich einfach und fast branchenunabhängig formulieren:
Service, Service und nochmals Service - immer an die Kunden denken!
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Mit möglichst wenig Aufwand (Kosten) soll möglichst viel punktgenauer
Lieferservice für die Kunden und Märkte als zwingender Nutzen (USP) erreicht werden. Das ist
die aktuelle Aufgabe für die Führungsverantwortlichen aller
Serviceprozesse in den Unternehmen - vom Auftragseingang, über die
EDP/IT/EDV, das Lager bis zur Warenübergabe an der Rampe des Kunden.
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2 Informationsfluß geht vor
Materialfluß
"Informationsfluß geht vor Materialfluß" - so heißt die Goldene Regel für die
moderne Logistik. Wer sie einhält, kann viele aktuelle Probleme leichter und
wirksamer beseitigen; viele Schwierigkeiten lösen sich mit ihr von selbst.
Bestätigt wird diese Regel von der Strategielehre EKS. Danach lassen sich die
Probleme allgemein hierarchisch einstufen.
Auf der unteren Ebene liegen die materiellen
Komponenten (Stoff und Technik), auf der oberen Ebene die immateriellen (Information, Psyche, Macht); dazwischen
befinden sich Wirtschaftlichkeit und Finanzen als "Bindeglieder". Je höher ein
Problem in der Pyramide angesiedelt ist, desto weitreichender sind seine Folgen
und desto größer ist sein Wirkungsgrad. Daher haben die immateriellen
Komponenten strategischen Charakter.
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Prinzipiell ist es besser, ein Logistik-Problem auf strategischer
Ebene, also "top-down" anzugehen als von der materiellen Seite des bloßen
Umgangs mit Waren oder Materialflüssen, also "bottom-up".
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Ein typischer Fehler bei der Lösung logistischer Probleme besteht darin, die
Dinge zu sehr von der materiellen Seite zu betrachten, anstatt zu erkennen, daß
die Probleme höher angesiedelt sind. Hinter
jedem Logistik-Problem, das auf der materiellen Ebene sichtbar wird (z. B.
Materialengpässe, steigende Lagerbestände, fehlerhafte Warendistribution),
stekken immer immaterielle bzw. energetische
Probleme. Werden diese erkannt und gelöst, verschwindet das Problem auf allen
darunterliegenden Ebenen automatisch.
Zunächst wurde das Problem auf der Ebene der Technik
angegangen, obwohl es auf der dominanteren Ebene der Information zu lösen war.
Der zweite Teil hätte noch wirksamer auf der Macht-Ebene gelöst werden können,
wenn der Markt aufgrund hoher Marktanteile der Firma eine Firmennorm für die
Standardteile angenommen hätte.
Erst mit Einführung einer EDV-gestützten, integrierten
Absatz- und Beschaffungsplanung auf Artikelbasis (Ebene der Information) im
kurzfristigen Bereich wurde die Fertigungssteuerung stabil, das trouble shooting konnte eingespart werden, und - was
noch wichtiger ist - das Serviceniveau verbesserte sich spürbar durch die
bessere Termineinhaltung.
Zunächst wurde das Problem auf der Ebene der Technik
angegangen, obwohl es auf der dominanteren Ebene der Information zu lösen war.
Der zweite Teil hätte noch wirksamer auf der Macht-Ebene gelöst werden können,
wenn der Markt aufgrund hoher Marktanteile der Firma eine Firmennorm für die
Standardteile angenommen hätte.
Immer mehr Unternehmen erkennen die strategische Bedeutung der logistischen
Systeme an. Im Idealfall werden damit die Flüsse des Materials so gesteuert, daß
dieses just in time oder in der Autoproduktion
just in sequence, d. h. im Moment der Montage,
an Ort und Stelle ist: beim Kunden, in der Produktion, an der Werkbank oder im
Magazin. Aber jede Warenbewegung setzt die richtige Information voraus. Nur
durch Einhaltung dieser Regel läßt sich die Materialbereitstellung und die
gesamte Logistik optimal und kostengünstig realisieren.
3 Aus der Praxis einer
Logistikberatung
Der Anruf des geschäftsführenden Inhabers eines
gemischten Betriebs mit Produktion und Handel erreichte unser Büro morgens um
10.00 Uhr: "Wir haben Probleme mit unserem Lager. Wir stellen Freizeitartikel
her und vertreiben diese direkt und im Postversand. Die Lagerbestände steigen
und steigen, und unsere Lagerhallen platzen aus allen Nähten. Vor drei Monaten
haben wir deshalb zwei zusätzliche Außenläger mit zusammen 3.000 m2
angemietet, und schon wieder reicht der Platz nicht aus. Am meisten leiden wir
aber darunter, daß trotz unserer höheren Lagerbestände unsere
Lieferbereitschaft immer schlechter statt besser wird - und deshalb Kunden
wegbleiben. Unsere Lagerkosten steigen, unser Umsatz stagniert, die Rendite
sinkt, und die Mitarbeiter sind frustriert. Was sollen wir tun?"
Es wurde ein Workshop zusammen mit dem engsten
Führungskreis vereinbart. Das Ergebnis von drei Tagen gemeinsamer Arbeit war
eine Potential- und Chancen-Analyse, die neben rein logistischen Aspekten
natürlich auch die angrenzenden Bereiche umfaßte. Denn wir wollten uns von
Anfang an weniger auf die Schwächen und mehr auf die Stärken, also die
Ertragspotentiale, konzentrieren. Einen Auszug aus dem Ergebnis sehen Sie in
der folgenden Tabelle.
Systematisch wurden die auf den verschiedenen materiellen und immateriellen
Ebenen liegenden Probleme erkannt und die darin liegenden Ertragschancen
identifiziert. Für jede Wirkebene wurde dabei in sieben Teilschritten die Lösung
erarbeitet. Die Maßnahmen wurden konsequent abgearbeitet, wobei das Tableau
immer wieder aktualisiert wurde. Durch diese systematische und strategische
Vorgehensweise, die im Gegensatz zu dem sonst üblichen Vorgehen nicht auf die
Betrachtung des problematischen Lagerbestandes, also die materielle Komponente,
beschränkt blieb, konnten nachhaltige Erfolge erzielt werden. Das Unternehmen
befindet sich heute trotz starken Wettbewerbsdrucks und nachlassender Kaufkraft
auf der angestrebten Erfolgsspirale. Am meisten dürfte dazu die top-down
vermittelte und teilweise bottom-up erarbeitete Vorwärtsstrategie verantwortlich
sein. Wie sagte der ehemalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard:
"Wirtschaftserfolg ist zu über 50 Prozent Psychologie".
4 Lean-Management und
Lean-Strategien
In dem soeben vorgestellten Betrieb herrschte wie in vielen anderen
Unternehmen die weitverbreitete Meinung vor, die Bereitstellungs- und
Verteilprobleme im Produktions- und Weiterverarbeitungsprozeß ließen keine
Fremdvergabe der logistischen Hilfsfunktionen an Spezialbetriebe zu. Die Praxis
bewies aber eher das Gegenteil. Je mehr Servicefunktionen delegiert wurden, um
so mehr Kapazität blieb für die Lösung der eigentlich relevanten Probleme sowie
für Entwicklung und Innovation.
Folgende Beispiele aus der Praxis deuten unterschiedliche Möglichkeiten an,
um durch bessere Kooperation und Lean-Strategien den Unternehmenserfolg
wesentlich zu steigern:
- Ein Konsumgüter-Hersteller lagert alle Fertigwaren bei
seinem Hausspediteur. Die Lagermiete wird nach
Beanspruchung abgerechnet. Die Termin- und Tourenplanung wird auf der
gemeinsamen EDV mit Zugriff auf Programme und Dateien erstellt.
- Statt die EDV-Kapazität wesentlich zu erweitern, werden von
einem anderen Mittelständler zeitintensive Jobs außer Haus verarbeitet.
- Der eigene Fuhrpark
eines mittelständischen Unternehmens wurde zu einem Teil dem Hausspediteur und
zu einem anderen eigenen Fahrern angeboten, die auf diese Weise selbständig
wurden. Damit wurde gleichzeitig das Personalproblem zufriedenstellend und human gelöst.
Bei der Finanzierung war das Unternehmen behilflich.
- Ein Unternehmer wollte eine Halle leasen, um die
eigene Liquidität zu schonen. Nach Gesprächen mit seiner Hausbank stellte er
fest, daß auch das Leasingprojekt bei der
Festsetzung seiner Kreditlinie berücksichtigt werden sollte. Er behalf sich
durch Anmietung von Platz in benachbarten Werken.
- Um projektbezogenes Spezialwissen, insbesondere bei
System-Planungen, zu nutzen, ist es oft sinnvoller, Zeitverträge
abzuschließen, statt hochqualifizierte Mitarbeiter langfristig nach
Projektabschluß mit weniger schwierigen Aufgaben zu beschäftigen.
Personalfixkosten können dann ebenso vermieden werden wie der Frust der später
überqualifizierten Mitarbeiter.
- Ein Handelsunternehmen reduzierte die Serviceaufgaben
seiner Außendienstmitarbeiter durch Einsatz einer Spezialfirma für die
Warenplazierung und Regalpflege. Das
Verkäuferpotential wurde dadurch spürbar erhöht.
Durch die konsequente Konzentration auf die eigenen Kernkompetenzen
verschlankten sich die jeweiligen Unternehmen automatisch, und die
Entscheidungswege wurden kürzer.
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Es ist zu prüfen, inwieweit zur Delegation von Servicefunktionen
vorhandene Kapazitäten an Spezialisten, Erfahrungen und Anlagen bei
Lieferanten, Spediteuren, EDV-Dienstleistungsunternehmen und
Kooperationspartnern durch Outsourcing flexibel genutzt werden können,
anstatt das eigene Fixkostenniveau zu erhöhen. Auf diese Weise bleibt eine
organisierte Flexibilität erhalten. |
Die entgegengesetzte Alternative besteht darin, die Logistik auf dem Wege des
Insourcings zur eigenen Kernkompetenz zu entwickeln.
4.1 Wo liegen die
Ertrags-Potentiale und aktuellen Ertragsreserven?
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Wirk-Ebene |
1.
Stoffliche Erträge |
2.
Technische Erträge |
3.
Wirtschaftliche Erträge |
4.
Finanzielle Erträge |
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Teilschritt |
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I |
Strategisches Konzept |
Reduzierung des Materialspektrums bei Substituierbarkeit |
-AbfG- realisieren und technisch in Recycling-Konzept
integrieren |
Verursachungs- gerechte Kosten: Rendite, Verantwortung |
Frühwarnsystem für (maximalen)
Kapitaleinsatz/ Kapitalbindung Cash
management |
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II |
Zielgruppen- struktur |
Differenzierte Auftragsbelege,
Bildschirmmasken etc. nach Zielgruppen |
Kundengerechte Pack-Schemen,
Transportbehälter und Belieferungs- systeme |
Differenzierte Serviceleistungen
(Minimalprinzip) |
Überflüssige Kapitalbindung bei den
Partnern abbauen |
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III |
Zielgruppen- spezifische Service-Profile |
Zielgruppen- spezifische Materialien verwenden
(entsorgungs- orientiert) |
Überprüfung der zielgruppen- spezifischen |
Was kostet die Kunden der Service beim
Wettbewerb? |
Schnellere Fakturierung durch
schnellere und bessere
Abwicklung |
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IV |
1. Branchen- Analyse zum Lieferservice |
Spezielle Fragebögen Bruchanalyse,
materialspezifisch |
Datenbank für Reklamationen und Serviceprobleme der a) Unternehmen b)
Branche |
Unterstützung der B- und C-Kunden beim Disponieren zur Reduzierung der Schnellschüsse |
Schadensquoten- Transparenz bei den Kunden (auch potentielle
Folgen), Reduzierung und Versicherungs- prämien senken |
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V |
Ermittlung potentieller added values |
Stoffgerechte Restesammlung (und
Verkauf) |
Recycling- orientierte
Abfallentsorgung im Werk und bei Partnern |
Differenzierte Service-Kosten- Berechnung Service- Wertanalyse-Team mit A-Kunden |
Finanzierungs- konzepte für die Kunden bei Umsatz ab 60
TDM |
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VI |
Maßnahmen Workshop: Systematische
Engpaßbear- beitung der
Pro- blempyramide |
Der jeweils zwingende Engpaß wird auf
Wandtafeln und Memory-Cards plaziert |
Neue Lagertechnik nach
Sortiments- anpassung Differenzierte
Qualitäts- Endkontrollen |
KVS-Programm Kontinuierliche Verbesserung im Service (und fast
automatisch in der Rendite) |
Lagerhüter bei Kunden abbauen,
Kapital-Wert- Analyse in der Servicekette |
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VII |
Aus -VI-: Aktueller Umsetzungsplan |
Entnahmegerechte Materialplazierung
und Materialsortierung |
Vorbereiten auf das EG-Öko-Audit und
auf ISO 9001 |
Verursachungs- gerechte Kosten- abrechnung |
Bankenimage bei der Hausbank verbessern Sonderverkauf ("Lagerhüter")
Aktivierung von
Kapitalreserven | |
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Wirk-Ebene |
5.
Informations- Erträge |
6.
Psychische Erträge |
7.
Erträge aus Marktmacht |
8.
Strategische Erträge |
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Teilschritt |
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I |
Strategisches Konzept |
Aufbau eines Intranet Service
& Logistik- Controlling + Monitoring |
Neues Führungs- konzept für mehr Klarheit bei Delegation
und Verantwortung |
Bereinigung der Beteiligungs- verhältnisse, intern |
Aufspalten des Unternehmens in a)
Produktions- betrieb, b) Handel und in ein c) Service-Kom-
petenz-Center |
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II |
Zielgruppen- struktur |
Zielgruppenspezi- fische Service- philosophien definieren - kommunizieren |
Das Personal
zielgruppen- spezifisch sensibilisieren |
Händlerstruktur als Multiplikatoren organisieren |
Festlegen der Zielgruppen im
strategischen Unternehmens- konzept |
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III |
Zielgruppen- spezifische Service-Profile |
EDI-Projekt für/mit Vertragspartnern siehe auch: Intranet s.þ
I/5 |
Partnerringsensi- bilisierung in
Audits mit Zielgruppen- betreuern |
Kundenbindung- verstärkende
Servicestrategien bevorzugen |
Die 3 unterschiedlichen sozialen Grundbedürfnisse besser
fokussieren (s. I/8) |
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IV |
1. Branchen- Analyse zum Lieferservice |
Marktbefragung durch Call-Center,
Rücklaufkarten und Messegespräche
Scorecards für den Service |
Supply-Chain- Workshop mit den A-Kunden
zum neuen Lieferservice Mehr Lieferservice trainieren |
Kooperation bzw. Beteiligung prüfen wegen schnelleren Machtzuwachses |
Potential- ermittlung "Neue Service-
Leistungen" |
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V |
Ermittlung potentieller added values |
Branchenwork- shops mit potentiellen Kunden und
A-Lieferanten: Neue Lösungsansätze entwickeln |
Regelmäßige Kontakte der Logistik
& Service- Profis auf Kunden- und
Lieferantenseite |
Strategisch- systematisch zum Service-Trend- setter
der Branche werden |
Übernahme branchentypischer Serviceleistungen im eigenen, neuen
Service-Kompe- tenz-Center (Insourcing) |
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VI |
Maßnahmen Workshop: Systematische
Engpaßbear- beitung der
Pro- blempyramide |
Bessere Auftrags status- Transparenz Einführen der Spannungsbilanz |
Sensibilisierung für das Wertedenken der Mitarbeiter "Das lernende
Unternehmen" werden |
Gruppenarbeit einführen, wo möglich,
wegen Kompetenz- zuwachs |
Bessere Umsetzung der Unternehmens- strategie in verbindliche Zielvereinba- rungen
(MbO) |
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VII |
Aus -VI-: Aktueller Umsetzungsplan |
2 x jährlich wird mit den Führungskräften an Zielen + Strategien gearbeitet inkl.
Ist:Soll-Abgleiche
Strategisches und operatives Frühwarnsystem installieren |
Aktionsangebote zu kybernetisch kalkulierten Preisen und
Servicekosten |
Outsourcing der Produktion einfacher
Standardteile | |
5 Die Stärken
stärken,
statt sich bei der
Schwächenanalyse zu verzetteln
In einem Seminar für Unternehmenslogistik an der IHK für München und
Oberbayern lernte ich G.K. kennen. Seit der Gründung vor ca. 15 Jahren wächst
sein Versandhandel für Spezialsportartikel dynamisch mit zweistelligen
Zuwachszahlen. In dieser Spezialsportart hat er selbst mehrfache Meistertitel
erworben und dadurch ein hervorragendes Image in der Branche. Er verfügt über
allerbeste internationale Kontakte in dieser Zielgruppe und auf dem
Beschaffungsmarkt.
G.K. plante ein modernes Kompetenzzentrum für Mitteleuropa. Der
Verkaufsinnendienst, die gesamte Auftragsabwicklung für 16 europäische Länder
und ganz Deutschland sowie die komplette Warendistribution sollten konzentriert
werden. Außerdem sollte eine permanente Hausmesse mit Direktverkauf eingerichtet
werden. Sporadisch stattfindende sportliche Wettkämpfe und Events sollten dem
Zentrum den sportlichen Touch und positive Zielgruppenfrequenz geben.
Das entwickelte Schritt-für-Schritt-Programm für die Realisierung der
gesteckten Ziele sah auf der typischen EKS-Spirale folgendermaßen aus:
Auch hier wurde nicht auf der materiellen, sondern auf
der strategischen Ebene angesetzt, indem schrittweise über zwei
Branchenanalysen mit jeweils einem Maßnahmen-Workshop das Ziel erarbeitet
wurde. Schon während des ersten gemeinsamen Workshops wurde klar, daß ein ganz
erhebliches Ertragspotential des Handelsunternehmens in den Logistikprozessen
und darüber hinaus in potentiellen added
values im Service steckte. Um die Transparenz zu erhöhen, erstellten
wir eine Spannungsbilanz für die
Unternehmenslogistik.
Im Gegensatz zur Bilanz des klassischen Rechnungswesens, die den Betrieb als
Kapitalsystem (also als materielles System) betrachtet, werden in der
Spannungsbilanz die immateriellen (emotionalen, sozialen und psychologischen)
Verhältnisse berücksichtigt.
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Spannungsbilanz für die
Unternehmenslogistik |
| Werteskala |
gar nicht
erfüllt |
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voll und ganz
erfüllt |
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0 |
10 |
20 |
30 |
40 |
50 |
60 |
70 |
80 |
90 |
100 |
Material-Aspekte Beschaffbarkeit
Verfügbarkeit Lieferantentreue Produktqualität
Vernetzung mit den Lieferanten |
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Kapital-Aspekte Umlaufvermögen
FF, HFW Umlaufvermögen Etiketten/ Rohstoffe u.a.
Umlaufvermögen Werkzeuge/Magazin Rentabilität |
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Personal-Aspekte Flexibilität
Betriebsklima Motivation Fluktuation Loyalität
Kompetenz Führungsstruktur |
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Absatz-Aspekte
Kundenorientierung Zufriedenheit der Kunden
Reklamationen Kundentreue Zielgruppenklarheit
Vernetzung mit den Kunden |
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Know-how-Aspekte
Qualitätsbewußtsein Kreativität Management Innovation
Organisationsgrad/ Automationsgrad |
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| Multiplikationskraft |
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| Image |
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| Legende: FF = Fertigfabrikate, HFW = Halbfertigware |
| Die Werte sollten mit den Verantwortlichen im Arbeitskreis abgeglichen
werden. |
6 Faktoren einer effizienten
Logistik
6.1 Der Faktor
Information
Durch bessere Informationen, z. B. über den Kundenbedarf, läßt sich die
Technik/Produktion besser steuern und damit wirtschaftlicher einsetzen, was
wiederum den Kunden über einen günstigeren Preis zugute kommen kann. Der
Materialbedarf läßt sich entsprechend einfacher anhand von Absatzplanzahlen des
Vertriebs aus den Stücklisten ermitteln. Was häufig fehlt, ist jedoch das
integrierende Kommunikationssystem, das dem
Informationsbedürfnis aller Stellen im Unternehmen gerecht wird.
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Die richtige Information zur richtigen Zeit an die richtige Stelle zu
bringen, ist Aufgabe des modernen Kommunikationsmanagements.
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Seit mehreren Jahren wird Logistik als Studienfach sowohl in der Technik (z.
B. an der Universität Dortmund) als auch in der Betriebswirtschaft (an der
Universität Darmstadt) angeboten. Die Großindustrie unterhält oft innerhalb der
logistischen Servicefunktionen Stabsstellen zur permanenten Systemverbesserung.
Die Entwicklung in Mittel und Methode geht rasant weiter. Wie verhält es sich
mit dem Humankapital Mensch?
Ein großer Automobilhersteller hat sich zum Trainingsbedarf seiner
Mitarbeiter bei Einführung der Logistik etwa wie folgt geäußert: "Seit zehn
Jahren haben wir gezielt an der Qualifikation unserer Logistik-Mitarbeiter
gearbeitet und z. B. spezielle Ausbildungsberufe und anerkannte Berufsabschlüsse
induziert. Das Problem der Qualifikation des Personals wurde bei uns ganz
besonders ernst genommen. Ohne diese Anstrengung ist ein durchschlagender Erfolg
einer Logistik-Organisation nicht zu erzielen."
Dem fortschrittlichen Betrieb, der sich zur Einführung von Logistik
entschließt, ist die Durchführung intensiver Trainings im Vorfeld sehr zu
empfehlen: Es gilt, Schwächen zu erkennen und Stärken zu stärken. Ein Betrieb,
der sich zur Einführung von Logistik entschließt, braucht das intensive Training
aller Beteiligten, um auf der strategisch bedeutsamen Ebene der Information
ansetzen zu können. Das Training hat folgende Ziele:
- Abbau von Informationsdefiziten: zur
Zielsetzung, zur künftigen innerbetrieblichen und übergreifenden
Kommunikation, zur künftigen innerbetrieblichen Organisation
- Abbau von Kooperationsdefiziten zwischen
den Funktionsträgern, zur ganzheitlichen Kosten-/Leistungsbetrachtung, zur
gemeinsamen Steigerung der Wertschöpfung
- Abbau von Umsetzungsdefiziten bei der
Mitarbeiterqualifikation, bei der Kreativität, bei der systematischen
Ideenausschöpfung, beim Führungsstil und beim neuen Projektmanagement.
6.2 Ertragspotential
durch Zielklarheit
Für alle Unternehmen ist das Ziel klar: Sie wollen jeweils durch den
bestmöglichen, auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmten Lieferservice die
Anziehungskraft im Markt weiter ausbauen, also best-practice im Lieferservice erreichen.
Durch die strategische Vorgehensweise können alle Bemühungen in der
Logistik-Prozeßkette an diesem Oberziel ausgerichtet werden. Zum wahren Erfolg
wird die Vorgehensweise erfahrungsgemäß aber erst, wenn konsequent top-down,
also von den strategischen Fragen ausgehend, zu den stofflichen Überlegungen
vorangeschritten wird.
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Logistik heißt, in vernetzten Systemen, also kybernetisch, zu denken,
zu planen und zu steuern. Die Einführung der Logistik ist eine
Managementaufgabe und kann nur top-down realisiert werden. Da jede
Reorganisation ein erhebliches Konfliktpotential birgt, empfiehlt sich
eine logistik- und moderationsstarke, neutrale Unterstützung ohne
persönliche Interessenkonflikte. |
7 Die Situation der Logistik-Dienstleister
Auf Basis bestehender, definierter Unternehmensziele wird von vielen
Verladern durch Straffung der Logistikprozesse (z. B. durch Zentralisierung von
Verantwortungen für alle Lagerhaltungen, Ein- und Ausgangs-Transporte,
EDV-Anwendungen, Dispositionen etc. in den Fachabteilungen) - also durch
Lean-Processing und Lean-Management - der Kostendruck des Marktes an die
Logistik-Dienstleister oder Unterlieferanten weitergegeben. Durch Outsourcing
möglichst vieler, logistischer Teilprozesse an Logistik-Dienstleister wird
versucht, die eigenen Kosten zu variabilisieren, aber oft ohne bessere Lösungen
anzustreben, und, wo es z. B. durch andere Lohntarifverträge möglich ist, die
Lohnkosten zu senken. Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch:
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Erst ein höherer Spezialisierungsgrad der Logistik-Dienstleister und
die bessere Auslastung der Kapazitäten können zur Gesamtkostensenkung in
der Logistik-Kette beitragen. |
Die oft sehr reaktive Blickrichtung führt dazu, daß die
Rationalisierungserwartungen auf Verladerseite und die Ertragserwartungen bei
den Logistik-Dienstleistern unerfüllt bleiben. Nur wenn - top-down agierend -
der strategische Ansatz mit der Überprüfung und Neufestlegung der künftigen,
strategischen Kernkompetenzen beider Partner erfolgt, kann ein erfolgreiches
Re-Engineering für die Serviceleistungen erwartet werden.
Darin liegt eine strategische Chance für Logistik-Dienstleister, besonders
für mittelständische, die sich besonders schnell an veränderten Märkten
ausrichten können.
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Name
Prof. Wolfgang Mewes
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Kurzprofil
War zunächst Kostenrechner, Bilanzbuchhalter, Prüfer in...
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Beratergruppe Strategie e.V. c/o Rechtsanwalt
Thomas Doeser Robert-Gradmann-Weg 1 D-72076 Tübingen Tel.:
07071-600630 Fax:
07071-600345 |
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