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Erhard F. GläserWenn es zu eng wird im Betrieb -
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Die Planung eines neues Betriebskonzeptes ist eine Riesenchance für eine künftige bessere Entwicklung des Unternehmens, besonders wenn nach der bewährten 7-Punkte-Gläser-Methode, die sich an der EKS orientiert, vorgegangen wird. Das Durchlaufen der sieben Schritte ergibt eine hervorragende Basis für bedarfsorientierte, auf die Zukunft ausgerichtete Planungsdaten: |
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Die Gläser-Planung orientiert sich von vornherein am künftigen gewünschten Unternehmenserfolg und unterscheidet sich damit wesentlich von einer reinen Gebäude- oder Einrichtungsplanung. Die Gläser-Planung geht vom jetzigen und vom zukünftigen Bedarf der erfolgversprechendsten Zielgruppe aus. Dadurch lassen sich hohe Fehlinvestitionen vermeiden. |
Der Unterschied zur herkömmlichen Planung besteht in der kundenorientierten Strategie. Schon bei der Planung steht der Kundennutzen im Vordergrund:
Bei der Planung selbst stehen folgende Grundsätze im Mittelpunkt, die sich in der Praxis sehr bewährt haben:
Die Planung durch erfahrene Profis spart Ihnen eine Menge Kosten. Zudem gibt Ihnen die systematische Planung die Sicherheit, daß Sie z. B. einen Neubau entsprechend Ihren speziellen Anforderungen gestalten, ein neues Grundstück oder ein bestehendes Gebäude in der richtigen Größe erwerben können. Weiterhin sparen Sie dabei häufig einige hunderttausend Mark an Investitionskosten am Gebäude und an den Einrichtungen, sowie viele (hundert) Stunden Ihrer kostbaren Zeit.
Die nachfolgenden Beschreibungen wurden speziell entwickelt für die Zielgruppe mittelständische Handelsunternehmen der Branchen Kfz-Teile-Handel und Technischer Handel mit Umsätzen von 3 bis 50 Millionen DM.
Die grundsätzlichen Empfehlungen sind jedoch auch in anderen Handelsbranchen unter Berücksichtigung der firmenspezifischen Anforderungen anwendbar.
Das Lager ist ein zentraler Bereich im Betrieb. Ideal ist, wenn es so angeordnet wird, daß es eine direkte Anbindung an den Wareneingang, den Versand und den Verkaufsraum sowie an eventuelle Werkstätten hat. Ein wichtiger Punkt sind kurze Wege. Um diese zu gewährleisten,
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Ermitteln Sie die betrieblichen Warenflußdaten durch eine speziell ausgerichtete Gläser-Betriebsanalyse, und gestalten Sie darauf aufbauend das Lager. |
Beim Lagern umweltgefährdender Flüssigkeiten müssen Sie sicherstellen, daß diese nicht beim Auslaufen aus Fässern, Kanistern oder ähnlichen Behältern in die Kanalisation oder in den Boden laufen können. Geeignete Maßnahmen hierfür sind Auffangwannen unten in den Regalen, im Boden oder Abgrenzungen (Schwellen) am Boden.
Das Lagern feuergefährlicher Artikel erfordert einen speziellen Raum, der vom übrigen Lager abgetrennt ist. Für die Ausführung gelten Bestimmungen, wie z. B. die feuerfeste Ausführung der Wände und Türen, eine Auffangwanne für 10 Prozent der Flüssigkeit, der Luftaustausch, bei größeren Mengen eine ständige Luftumwälzung. Die genauen Vorschriften sind in den VbF-Richtlinien aufgeführt. Geringe Mengen bzw. der sogenannte Tagesbedarf können frei im Lager oder im Verkaufsraum aufbewahrt werden.
Der Wareneingang sollte eine separate Abstellfläche haben, ebenso der Versand. Das Wareneingangstor sollte 2,5 bis 3,5 m breit und ca. 3 m hoch sein. Ein Vordach außen mit einer Tiefe von 4 bis 5 m bietet Schutz gegen Witterungseinflüsse. Außen ist ausreichend Platz zum Verladen vorzusehen. Das Hineinfahren von LKWs in das Lager ist zu vermeiden. Im Normalfall ist das ebenerdige Verladen auf dem Hof ausreichend und gut durchführbar. Für Großbetriebe ist eine Rampe empfehlenswert. Für das Ent- und Beladen von Großmengen sind, sofern LKWs keine Ladebühnen haben, auch Gabelhochhubwagen oder Stapler gut geeignet.
Die Anzahl der Tore richtet sich nach der Anzahl der Ausliefertouren bzw. den unterschiedlichen Versandarten mit größeren Mengen an auszuliefernden Sendungen. Größe der Tore: 1,5 bis 2,5 m breit und 2,5 m hoch. Außen sollte ein Vordach mit einer Tiefe von 4 bis 5 m vorgesehen werden. Die Tore können innen zusätzlich mit Plastikpendeltoren versehen werden, um das Eindringen von Kaltluft zu reduzieren.
Die Größe des Raumes richtet sich nach der Anliefermenge, ca. 3 bis 8 m². Der Raum darf keinen Zugang zum Lager haben. Er muß auch nachts, wenn eventuelle Hoftore geschlossen sind, gut erreichbar sein. Dies ist möglich, wenn
Der Verkaufsraum ist, gut erreichbar für die Kunden, möglichst an der Vorderfront des Gebäudes anzuordnen. Von der Bedienungstheke aus sollten die gängigsten Warengruppen im Lager schnell erreichbar sein. Größe und Ausstattung richten sich nach Anzahl und Art der Kunden (gewerbliche Kunden/Privatkunden). Wichtig ist auch die Nähe zum Verkaufsbüro oder zum Versand, damit ein flexibler Mitarbeitereinsatz entsprechend der unterschiedlichen Kundenfrequenz möglich ist.
Die Fachbodenregalanlage sollte als selbsttragende Stahlkonstruktion mit zwei Etagen ausgeführt sein. Bei knapper Grundfläche oder bei einer erforderlichen Grundfläche von mehr als 800 m² ist auch eine dritte Etage eine sinnvolle Alternative. Treppen zu den oberen Etagen sind nicht im Gebäude, sondern als Bestandteil der Regalanlage einzurichten.
Eine Bauweise der Etagen in Beton mit frei darauf aufgestellten Regalen ist nicht empfehlenswert. Dies würde wesentlich mehr umbauten Raum erfordern, auch eine größere Gebäudehöhe, die Transporte erschweren und insgesamt höhere Kosten für das Gebäude verursachen.
Generell gilt, daß Bauen in die Tiefe (Keller) teurer ist als Bauen in die Höhe. Innerhalb der Lagerfläche sollten möglichst wenig Gebäudestützen vorhanden sein. Stahlstützen erfordern weniger Platz als Betonstützen.
Die lichte Raumhöhe ergibt sich wie folgt aus der Höhe der Fachbodenregalanlage:
| bei 2 Etagen | bei 3 Etagen | |
| Regalhöhe in EG | 2,5 m (2,2 m) | 2,5 m (2,2 m) |
| Regalhöhe im 1. OG | 2,2 m | 2,2 m |
| Regalhöhe im 2. OG | 2,2 m | |
| Regalhöhe gesamt | 4,7 m | 6,9 m |
| Sicherheitsabstand bis UK-Binder | 0,1 m | 0,1 m |
| Lichte Raumhöhe mindestens | 4,8 m | 7,0 m |
Raumhöhen von 3 bis 4 m sind ungünstig, da eine spätere Aufstockung auf 2 Etagen nicht möglich ist, ebenso Höhen von ca. 6 m, da bei der Regalanlage in 2 Etagen oben freier Raum übrig bleibt, der jedoch für eine dritte Etage nicht genutzt werden kann. Die Höhe der Palettenregale ist auf die Höhe der Fachbodenregalanlage bzw. auf die Hallenhöhe abzustimmen.
Neubauten werden nicht nur für den augenblicklichen Bedarf, sondern für den Bedarf in den nächsten Jahren errichtet und dimensioniert.
Dabei ist zu bedenken:
Dimensionieren Sie daher die Reserven für den Bedarf der nächsten 5 bis 6 Jahre. Dabei ist in den Bedarfsberechnungen darauf zu achten, daß Zuschläge für die gleichen Bestände nicht mehrfach vorgenommen werden. |
Läßt sich die Entwicklung der Lagerbestände für die nächsten Jahre noch nicht genau genug umreißen, sollten Sie die Regalanlage nur für die nächsten 2 bis 3 Jahre dimensionieren und einen Teil der Grundfläche in der Halle freilassen. Dann können später die tatsächlich benötigten Regale angeschafft und aufgestellt werden.
Als Erweiterung für das Gebäude, insbesondere für das Lager, ist eine Vergrößerung von 50 bis 100 Prozent der Ausgangsfläche zu berücksichtigen. Die Erweiterungen sollten an solchen Stellen eingeplant werden, an denen keine Änderungen am Gebäude oder verlorene Bauaufwendungen entstehen.
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Betriebsgrundriß eines Kfz-Teile-Händlers
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Folgende Punkte sind bei der Auswahl der Regale wichtig:
Erste Überlegungen bei Neubauten gelten meist dem zukünftigen Lager- und Kommissioniersystem. Für kleine und mittlere Handelsunternehmen sind nach wie vor konventionelle Regalsysteme günstig, bestehend aus:
Bei diesen Regalanlagen sind zur Verkürzung der manuellen Wege und der Rationalisierung Förderanlagen gut geeignet.
Weitere gebräuchliche Lager-/Kommissioniersysteme:
| Lager-/Kommissioniersystem | Geeignet bei / zu beachten |
|---|---|
| Hochregale mit Bedienung durch am Boden oder auf Schienen fahrenden Geräte, Höhen 6 - 10 m, bei großen Beständen auch höher | wenig Sofortentnahmen z. B. für Abholerkunden, Zeit erforderlich für Planung der wegeminimierten Entnahme |
| Paternosterregale | für Kleinteile mit hoher Zugriffshäufigkeit |
| Durchlaufregale | für schmales Sortiment mit sehr hohem Umschlag |
| Karussellanlagen | für kleine und mittelgroße Teile mit hoher Zugriffshäufigkeit |
| Automatisches Kleinteile-Lager (AKL) | für breites Sortiment mit mittlerer bis hoher Zugriffshäufigkeit |
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Bei den automatisierten Lager- und Kommissioniersystemen ergeben sich kürzere Kommissionierzeiten und damit niedrigere Personalkosten. Dem stehen höhere Investitionen sowie das Problem einer guten Auslastung gegenüber. |
Auch bei konventionellen Lager- und Kommissioniersystemen lassen sich maßgeschneiderte Systeme mit hohen Leistungen schaffen durch:
Die wesentlichen Faktoren bei der Auswahl der Regaltypen sind:
Aus der Zugriffshäufigkeit zu den Artikeln/Artikelgruppen ergeben sich Überlegungen zum Kommissioniersystem und zur Anordnung der Regale im Lager.
Als Bühnenboden eignen sich Holzböden und Gitterroste. Holzböden sind preiswerter und lassen sich besser befahren. Gitterroste sind günstig für die Heizung bzw. Luftumwälzung und für das Licht. Empfehlung:
Maßgeblich für die Ausführung der Regalanlage sind die "Richtlinien für Lagereinrichtungen und -geräte", ZH 1/428, RAL 613/614 sowie die allgemein anerkannten Regeln der Technik wie DIN, VDE u.ä. Aus diesen Richtlinien ergeben sich u.a. folgende Maßnahmen bei der Ausführung der Regalanlage:
Natürliches Licht gelangt über Lichtkuppeln oder Lichtbänder in die Regalanlage. Es kostet nichts, mit Ausnahme der Anschaffungskosten für die Lichtkuppeln. Nachteilig ist, daß durch das Licht verschiedene Materialien schneller altern (z. B. Gummi) sowie Ware und Verpackungen schneller verblassen. Deshalb sollten nicht mehr Lichtkuppeln als notwendig in das Dach eingebaut werden.
Bei elektrischem Licht sind die Richtlinien vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften zu beachten:
Die Hauptgänge sind so anzuordnen, daß zwischen Lager, Wareneingang, Versand und Verkaufsraum die Transporte gut durchführbar sind und daß die Regalzeilen nicht zu lang werden. Priorität haben Gänge zu Bereichen mit der höchsten Transportfrequenz. Dies ist meistens der Versand. Die Regalzeilen werden dann im rechten Winkel zum Hauptgang aufgestellt. Breite der Hauptgänge bei manuellen Transporten 1,5 bis 2,0 m, bei Staplertransport 2,5 m und mehr.
Die Nebengangbreite orientiert sich an der Regaltiefe und teilweise an der Entnahmehäufigkeit. Wichtige Gesichtspunkte bei der Auslegung sind hierbei eine gute Raumnutzung sowie eine gute Bedienbarkeit der Regale.
Um kurze Wege im Lager und eine optimale Grundflächennutzung zu erhalten, ist folgendes zu beachten:
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Die wichtigsten Anforderungen an das Lager und die Lagerorganisation sind:
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Damit trägt die Lagerorganisation wesentlich zum rationellen Arbeiten im Lager bei.
Die erfolgreiche Geschäftspolitik eines Handelsunternehmens in Mühldorf führte zu einem Umsatzwachstum über viele Jahre und eine starke Zunahme der Lagerbestände. Dadurch entstand Platzmangel im Lager, aber auch in allen anderen Bereichen. Eine Betriebserweiterung war nicht mehr möglich. Deshalb wurde ein neues Grundstück gekauft. Nach grober Ermittlung der erforderlichen Größenordnung für den Neubau wurde vom Architekten eine erste Bebauungsidee aufgestellt.
Aus Sicherheitsgründen wurde außerdem ein Logistik-Planungsbüro zur Durchführung einer Betriebs-/Bedarfsanalyse und der Neubau-Konzeptplanung hinzugezogen. Das erste Konzept basierte auf den vorliegenden Entwürfen des Architekten, und es entstand eine funktionsgerechte Lösung mit repräsentativem Aussehen.
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Vom Architekten entwickeltes
Betriebskonzept |
Zusätzlich wurde vom Planungsbüro eine Alternative in einer kompakteren kostensparenden Bauweise entwikkelt, die gleichfalls günstige Betriebsabläufe und eine gleichgroße Lagerkapazität vorsah. Die Kosten für die gleichwertige Alternativlösung lagen nach Schätzung des Architekten um 750.000 DM niedriger als beim ersten Konzept.
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Vom Logistik-Planungsbüro entwickeltes
Alternativ-Konzept |
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Es empfiehlt sich, aus Gründen einer möglicherweise ganz erheblichen Kostenersparnis mehrere alternative Betriebskonzepte entwickeln zu lassen und neben Architekten z. B. auch Logistik-Planungsbüros einzuschalten. Die Entwicklung von verschiedenen Alternativlösungen dient ebenfalls dazu, die funktionale Gestaltung des/der Konzepte weiter zu verbessern und die Bausubstanz zu reduzieren. |
Der Vorteil dieser Vorgehensweise besteht darin, daß Sie einen wesentlich höheren Nutzen aus dem Neubau ziehen und außerdem die Baukosten minimieren.
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Deshalb der strategische Tip: Die Konzeptplanung hat mit einem Anteil von 80 Prozent die größten Auswirkungen auf den späteren Erfolg. Der Planungskosten-Anteil dafür liegt jedoch nur bei ca. 20 Prozent. Es lohnt sich also, sich voll auf gute Lösungen bei der Konzeptplanung zu konzentrieren und hier nicht an Planungskosten zu sparen. |
In der Praxis haben sich die folgenden Planungsgrundsätze sehr bewährt:
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Dies bedeutet: Zuerst sollten Sie ganzheitlich das Innenleben und die optimalen Betriebsabläufe nach Ihren individuellen Erfordernissen gestalten (Lager, Warenfluß/Transporte, Arbeitsabläufe, Organisation und Informationsfluß), und zwar auf der Basis einer Betriebsanalyse, und dann sollten Sie das zweckmäßigste Gebäude drumherum planen. |
Die vier Hauptschritte einer Planung sind:
Die funktionsgerechte Anordnung der einzelnen Bereiche zueinander ergibt kurze Wege und rationelle Arbeitsabläufe. Eine kompakte Bauweise mit möglichst wenig umbautem Raum verursacht niedrige Baukosten. Das kundenfreundliche Aussehen des Gebäudes und die absatzfördernde Verkaufsraum-Gestaltung fördern hohe Umsätze mit Abholerkunden (sofern erwünscht).
Die am Anfang einer Planung getroffenen Entscheidungen (Aufstellen der Planungsdaten, Gebäudegestaltung, Grundstücksbebauung) haben einen sehr großen Einfluß auf das Gesamtkonzept und dessen Erfolg. Nachfolgende Entscheidungen bringen in der Regel nur noch Verbesserungen im Detail. Ungünstige generelle Festlegungen am Anfang der Planung können durch nachfolgende bessere Erkenntnisse meist nicht mehr korrigiert werden - z. B. eine Mauer an der falschen Stelle, wenn zunächst nur die Gebäudeplanung und erst später die Lagereinrichtungsplanung aufgestellt wird.
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Durch eine schrittweise und gründliche Konzept-Planung gewinnen Sie dreifach:
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Als erstes sind Regaltypen festzulegen, in denen die Lagerbestände in Zukunft zu lagern sind. Damit ist noch keine Festlegung über das Lager-/Kommissioniersystem verbunden, sondern lediglich eine Strukturierung der Bestände. Als zweites sind die vorhandenen Lagerbestände zu erfassen, auf das Planungsziel hochzurechnen und den Regaltypen zuzuordnen. Wenn die jetzigen Regaltypen weitgehend die gleichen sind wie die im Neubau vorgesehenen, so ist die Ermittlung schnell durchgeführt. Bei vielen Veränderungen zwischen der jetzigen Lagerung und den neuen Regaltypen ist die Erfassung und Hochrechnung mittels einer Liste empfehlenswert. Drittens sind die zukünftigen Regallängen für jeden Regaltyp bzw. die Anzahl der Palettenplätze zu errechnen.
Die Berechnung des Grundflächenbedarfs für die Regale setzt voraus, daß das Lager-/Kommissioniersystem grundsätzlich umrissen ist. Aus den Einzelelementen des Systems und dessen Flächenbedarf läßt sich dann der Flächenbedarf für das gesamte Lager ermitteln. Auch für alle anderen Bereiche des Betriebes ist der Flächenbedarf zu ermitteln.
Die nachfolgende Checkliste bietet einen Überblick über die Bereiche, die oft eingeplant werden müssen. Sie ist entsprechend den firmenspezifischen Anforderungen zu verändern und zu ergänzen. Der ermittelte Flächenbedarf ist gleichzeitig der entsprechenden Gebäudeebene zuzuordnen, wo der Bereich bzw. Raum eingeplant werden soll. Aus der Summe der EG-Flächen ergibt sich der Grundflächenbedarf für das Gebäude. Die Daten sind gleichzeitig so strukturiert, daß sich anhand dieser Werte die Neubauplanung gut durchführen läßt.
Das folgende Beispiel zeigt die Planung des Grundstücksbedarfs:
| Errechnete Brutto-Gebäudefläche | 1.600 m² |
| Gebäudeerweiterung 50 % | 800 m² |
| Gesamtbebauung | 2.400 m² |
| Grundstücksbedarf einschließlich Außenflächen bei einer Bebauung von 50 % |
4.800 m² |
| Bereichs- bzw. Raumbezeichnung | Fläche Ist |
Flächenbedarf
mit Zuordnung auf |
Hinweise | ||
| EG | 1./2. OG |
Hof | |||
| Lagerbereich Fachbodenregale Palettenregale usw. |
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| Zwischensumme | |||||
| Abstell-/Arbeitsflächen Wareneingang Versand usw. |
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| Zwischensumme | |||||
| Verkaufsraum | |||||
| Werkstatt | |||||
| Bürobereich Verkauf Einkauf usw. |
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| Zwischensumme | |||||
| Sozialräume Pausenraum Umkleide-/Waschräume usw. |
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| Zwischensumme | |||||
| Sonstige Bereiche Parkplätze Abstellplatz, Altmaterialien usw. |
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| Zwischensumme | |||||
| Netto-Fläche gesamt | |||||
| Brutto-Fläche: + 5 % für Wände, Stützen |
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Bei allen Bauvorhaben besteht die Notwendigkeit, in einem möglichst frühen Planungsstadium über die Kosten des Neubaus einigermaßen zuverlässige Werte zu erhalten. Erreichbar ist dies, indem anhand der Planungsdaten und aktueller Einheitswerte (Erfahrungswerte) Kostenschätzungen aufgestellt werden. Eine Neubau-Konzeptplanung ist dafür noch nicht erforderlich.
Anhand der Kostenschätzung ist folgendes durchführbar:
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Durch Kostenschätzungen und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten können frühzeitig Korrekturen am Konzept vorgenommen werden, wenn sich ungünstige Werte aus der Wirtschaftlichkeitsberechnung ergeben - und zwar bevor größere Aufwendungen an Zeit und Kosten für eine undurchführbare Planung entstehen. |
Die Checkliste ist sehr grob gegliedert, enthält aber alle Hauptpositionen und ergibt dadurch einen guten Gesamtüberblick. Bei den Einheitspreisen sind Minimal- und Maximalwerte anzugeben, die zu minimalen und maximalen Kosten führen. Dies schafft Handlungs- und Entscheidungsspielraum.
| Bezeichnung | Fläche/ Ausgangs- wert |
Preis min. |
Preis max. |
Kosten min. |
Kosten max. |
| Gebäudekosten Lager WE, Versand Verkaufsraum Werkstatt Büro Sozialräume |
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| Zwischensumme | |||||
| Außenanlagen Befestigte Flächen Grünflächen Zaun, Hoftor u.ä. |
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| Zwischensumme | |||||
| Zwischensumme Gebäude + Außenanlagen |
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| Grundstück Grundstück Erschließung Anschlüsse W.K. St. Tel. |
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| Zwischensumme | |||||
| Baunebenkosten Honorare Genehmigungen |
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| Zwischensumme | |||||
| Ausstattung Regale Stapler, Förderer Sonst. im Lager Verkaufsraum Werkstatt Büro Technik (EDV, Tel. u.ä.) Alarmanl., Brandmelder |
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| Zwischensumme | |||||
| Gesamtsumme |
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Eine strategische Konzeptplanung ist der wichtigste Teil der Planung, auch wenn er nur 10 bis 20 Prozent vom gesamten Planungsumfang ausmacht. Die hierbei getroffenen Festlegungen bestimmen Größe und Art des Bauvorhabens und damit die Höhe der Investitionskosten sowie die bedarfsgerechte Gestaltung. Und dies ist eine wichtige Basis für rationelle Betriebsabläufe. Ausgefeilte Konzepte erfordern ein intensives Hineindenken, einiges an Erfahrung und volle Konzentration auf die angestrebten Ziele. |
In eine erste gute funktionelle Lösung sollten direkt auch bauliche Aspekte mit einfließen, z. B. die Anordnung auf dem Grundstück, sofern dies schon vorhanden ist, Bauraster, Zufahrt zum Grundstück, spätere Erweiterungen u. ä. Bei umfangreicheren oder schwierigeren Kommissionier- und Lagersystemen sind vorab Untersuchungen und das Aufstellen von Skizzen über deren Gestaltung zweckmäßig.
Literatur
Gläser Erhard F.: "In die Zukunft geplant." In: AMZ-auto motor zubehör 6/93, Seite 77f.
Gläser Erhard F.: "Logistik par excellence, für das Jahr 2000 gerüstet." In: Technischer Handel 4/89, Seite 133 ff.
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