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Günter ReimersMarkt-Chance FranchisingInhaltsverzeichnis:1 Was genau ist Franchising? 2 Partnerschaft für den unternehmerischen Erfolg 3 Theorie und Praxis im Verbund 4 Der schrittweise, systematische Aufbau
5 Die systematische Partnergewinnung 6 Schritt für Schritt zum Marktführer 7 Zusammenfassung
Ein solcher Start hat natürlich handfeste Ursachen. Frau Richter ist Franchise-Partnerin der TEXfit-Company, einem modernen Dienstleistungsdiscounter. Das Konzept, die Technik und das Marketing sind aus einem Guß mit zwingendem Nutzen für den Kunden. Besonders für die Kunden, die Schnelligkeit und Preiswürdigkeit bei guter Qualität über alles schätzen. Die professionelle Werbung zog die Kunden regelrecht in den Laden. Der TEXfit-Pflegeprofi verkörpert die moderne Form des Dienstleistungs-Franchisings, wie es weltweit zunehmende Verbreitung findet.
1 Was genau ist Franchising?Der Begriff „Franchise“ kommt aus dem Französischen und bedeutete schon im Mittelalter die Vergabe von Privilegien gegen Entgelt. Besonders Erzeugnisse, die in staatlichem Interesse lagen, wurden privilegiert. In den USA wurde im vorigen Jahrhundert das Recht zur Erschließung des Landes mittels Eisenbahnlinien vergeben. Schon 1863 nutzte die Firma Singer das Franchising, um ihre Nähmaschinen mit gut ausgebildeten Händlern flächendeckend zu vertreiben.
Heute gibt es in Deutschland etwa 600 Franchise-Geber mit mehr als 33.000 selbständigen Franchise-Partnern. Weltweit existieren über 12.000 Franchise-Systeme mit etwa 800.000 Franchise-Nehmern. Nach wie vor liegen die USA mit mehr als 3.000 Systemen an der Spitze.
2 Partnerschaft für den unternehmerischen ErfolgDer zunehmende Wettbewerb führt zu immer größeren Unternehmenseinheiten. Der kleine Einzelkämpfer bleibt dabei immer häufiger auf der Strecke. Der große Fisch ganz hinten in der obigen Abbildung hat daher die effizienteste Struktur: Er ist groß und klein zugleich – und steht für das System des Franchising. Jeder einzelne kleine Fisch profitiert von der Größe und Leistungsfähigkeit des Systems. Das Auge des Fisches, die Zentrale, sieht Chancen und Gefahren. Dieser Fisch ist nicht nur groß und effizient, sondern auch flexibel und schnell.
Darüber hinaus hat das Franchising eine Qualität, die einzigartig ist, und zwar die optimale Arbeitsteilung. Zentrale und Partner sind aufeinander angewiesen. Der selbständige Partner vor Ort braucht eine starke Zentrale und die Zentrale gute Partner in Kundennähe. So erfüllt jeder die Aufgaben, die er am besten kann.
3 Theorie und Praxis im VerbundBeim Aufbau von Franchise-Systemen lassen sich drei unterschiedliche Wege beschreiten:
Ein Franchising-System ist komplexer Natur. Wer es sich zu einfach macht, der muß scheitern. Wer vom Start an alles perfekt haben will, produziert meistens an der Praxis vorbei. Lernen beim Aufbau, so stellen wir immer wieder fest, ist ein Weg, der sicherer zum Ziel führt. Schauen wir uns die drei Vorgehensweisen einmal näher an: Unternehmer, besonders solche mit starken Ambitionen zum Vertrieb, halten vielfach wenig von konzeptioneller strategischer Arbeit, da die Erfolge der Vergangenheit ihre Ursache in einer zupackenden Vorgehensweise hatten. Wenn diese Methode im Franchising nicht zu den gewünschten Erfolgen führt, dann hat es „systembedingte Gründe“. Zum einen ist es die eingangs erwähnte Komplexität. Aber komplex ist heute jedes Unternehmen. Beim Franchising kommt hinzu, daß eine Zentrale sowohl eine Führungsaufgabe als auch eine umfassende Marktbearbeitung bewältigen muß. Die Partner, die geführt werden müssen, sind zudem selbständige Unternehmer, die gern ihre eigenen Ideen verwirklichen möchten. Konzeptionelle Defizite fordern dies geradezu heraus. Wie ein Pudding läuft dann das System auseinander, bis vom einheitlichen Marktauftritt nichts mehr zu spüren ist. Es ist leicht einzusehen, daß mit gravierenden konzeptionellen Defiziten und ausschließlich pragmatischen Handlungsweisen ein erfolgreicher Aufbau nicht möglich ist. Im Gegensatz dazu verfällt ein Theoretiker gern ins entgegengesetzte Extrem: Im Detail ist dann vieles sehr gut durchdacht, aber insgesamt geht das Konzept an der tatsächlichen Praxis vorbei. Darum lautet die Kernfrage: Wie baut man ein komplexes Franchise-System praxisgerecht auf? Wie schafft man es, die scheinbar feindlichen Brüder Theorie und Praxis so zu verbünden, daß daraus ein leistungsstarkes Konzept entsteht? Wir wissen heute um die elementare Wechselwirkung von notwendiger Systematik und praxisbedingten Forderungen. Sie werden schnell erkennen, daß diese Vorgehensweise eindeutig überlegen ist.
4 Der schrittweise, systematische AufbauEin Franchise-System ist sowohl technischer als auch sozialer Natur. Aus diesem Grunde ist es nicht möglich, die vielen, vielen Einzelheiten aus einem Guß richtig zu gestalten. Dies geht nur in einzelnen Schritten in der Praxis zusammen mit den Menschen, die hier agieren. Der Erfolg beginnt bekanntlich im Kopf. In Teamarbeit wird das Potential erheblich vergrößert, weil mehrere Menschen mitdenken und mitarbeiten. Dies ist ein großer Vorteil, dem natürlich der Nachteil der vielen Köche, die häufig den Brei verderben, gegenübersteht. Dieser Nachteil, so wissen wir heute, läßt sich weitgehend vermeiden, wenn drei Dinge beachtet werden:
Diese Grafik zeigt den systematischen Weg beim Aufbau von Franchise-Systemen: von der ersten Idee, über die Strategie und die Profilierung bis zur Marktführerschaft. Der Weg vollzieht sich in sieben Schritten.
4.1 Phase I: Prüfung der GrundvoraussetzungenJede Reise beginnt bekanntlich mit dem ersten Schritt. Beim Franchising handelt es sich nicht um einen kleinen Spaziergang, sondern um eine erfolgreiche große Reise. Nicht selten werden eines Tages Weltreisen daraus. Darum tut man gut daran, sich und sein Vorhaben sorgfältig zu prüfen, um die notwendigen Maßnahmen zu treffen.
4.2 Phase II: Idee und StrategiePhase II hat eine zentrale Bedeutung, weil hier der strategische Grundstein gelegt wird. Der erste Ideenansatz genügt, um die Chancen im Markt, die Marktlücke, zu lokalisieren. Dabei geht es zunächst um zwei Kriterien:
4.3 Phase III: ProfilierungJetzt geht es darum, sich als Problemlöser darzustellen. Dazu gehört ein ansprechendes Erscheinungsbild, eine zugkräftige Marke.
4.4 Phase IV: Pilot-PhaseJede Innovation birgt das Risiko des Scheiterns in sich, das sich durch eine Pilot-Phase, im Marketing auch als Feldversuch bekannt, deutlich mindern läßt.
4.5 Phase V: StartIn der Pilot-Phase ist das System gereift. Es wurde laufend optimiert. Gegen Ende der Pilotzeit sind auch die Umsätze gestiegen, und die Gewinnsituation hat sich leicht gebessert. Das System ist jetzt marktreif.
Wer so überzeugend auftritt, der muß natürlich seine Hausaufgaben gut gemacht haben, wie z. B.
4.6 Phase VI: WachstumDie Startphase hat weitere Verbesserungen gebracht; es hat aber sicher auch manche Enttäuschung gegeben. Manche Partner kommen immer noch nicht auf die anvisierten Umsätze. Dennoch verbessern sich die Voraussetzungen mehr und mehr. Die kritische Grenze eines neuen Franchising-Systems liegt in der Regel für kleinere und mittlere Systeme bei 20 Partnern.
Inzwischen sind in aller Regel auch schon mehrere Wettbewerber auf den Plan getreten. Wer am schnellsten wächst – qualitativ wie quantitativ –, der gewinnt die Oberhand.
4.7 Phase VII: MarktführerschaftMarktführerschaft und sonst nichts – so oder ähnlich lauten die Zielsetzungen bei vielen Unternehmen schon beim Start. Jetzt, in Phase VII, ist dieses Ziel zum Greifen nahe. Wenn keine Fehler gemacht werden – und es müssen schon sehr grundlegende sein –, dann ist es erreichbar. Inzwischen sind Umsatz, Bekanntheitsgrad und Image weiter gewachsen. Auf der nationalen Karte gibt es kaum noch weiße Flecken. Automatisch kommt die Frage nach der weiteren Entwicklung.
Jeder Vorsprung ist ein Vorsprung auf Zeit. Bei sich laufend verkürzenden Produkt-Lebenszyklen ist Innovieren eine Daueraufgabe. Auch hier zeigt das Franchising überlegene Stärken. Wenn sich neue Trends im Markt abzeichnen, bemerkt es der Spezialist, der Franchise-Partner vor Ort, am frühesten. Vielfach werden an ihn, den profilierten Experten, neue Aufgaben gestellt, die demnächst in großer Produkt-Stückzahl vom Markt gewünscht werden.
5 Die systematische PartnergewinnungWenn es im Franchising ein zentrales Thema gibt, dann ist es das der Partnergewinnung. Die Ursachen für die weltweiten Erfolge dieses Systems lassen sich letztlich auf zwei Kernelemente begrenzen. Es ist erstens abhängig von der Güte, der Wettbewerbsstärke und der Professionalität des Systems. Der Aufbau, der dies ermöglicht, wurde beschrieben. Der zweite Faktor liegt im menschlichen Bereich. Nur erstklassig ausgebildete Menschen, die vom Produkt überzeugt sind und motiviert an die Arbeit gehen, machen aus guten Konzepten handfeste Erfolge. Eine zwingend einfache und kurze Argumentationskette macht dies deutlich.
Mit dem letzten Satz wurde auch der Schlüssel zur erfolgreichen Partnergewinnung deutlich: professionelles Partner-Marketing. Während sich die Überlebenschancen der Einzelkämpfer von Tag zu Tag verschlechtern, entwickelt sich das Franchising zum aufregendsten Wirtschaftsphänomen in der heutigen Zeit. Bei der Partnergewinnung gilt es, diese einzigartige Chance zu nutzen und sie deutlich zu machen, vor allen Dingen aber, das Franchising als gemeinsames „Gewinner-System“ zu gestalten. Allerdings fällt es vielen Führungskräften immer noch schwer, den Partner als wichtigsten und gleichberechtigten Erfolgsfaktor zu sehen. Dabei ist es hilfreich, daß wir uns der elementaren Stärken dieses Systems, die bei der Tagesarbeit leicht in Vergessenheit geraten, bewußt werden:
Es geht also darum, auf optimalem Weg die richtigen Partner zu gewinnen. Bei der Betrachtung der Problematik wird schnell deutlich, daß ein Partner-Marketing bei der Vielfalt der Ansprüche auf beiden Seiten nicht ganz einfach sein kann. Auch hierfür ist eine klare Strategie erforderlich. Bedarfsfeld und Zielgruppen sind bekannt. Die Partner haben, strategisch gesehen, die Position einer den Kunden bzw. Käufern vorgelagerten Zielgruppe. Dies bedeutet, daß das Partnerprofil den Wünschen der Käufer-Zielgruppe entsprechen muß.
Jeder Mensch hat eine ganz bestimmte Suchhaltung. Ein Dieb sucht z. B. Handtaschen, ein Autoliebhaber die neuesten Modelle und ein Mensch mit dem Drang zur Selbständigkeit sucht die Erfüllung seines Traumes. Je länger er oder sie sich damit beschäftigt, desto mehr gehen die Überlegungen in Richtung Franchising. Dies ist in der Ansprache potentieller Franchise-Partner wirkungsvoll herauszustellen. Systematische Partnergewinnung bedeutet natürlich viel mehr als die Gestaltung geeigneter Werbemittel. Es ist eine Kommunikationskette mit folgenden Elementen zu schaffen:
Dazu gibt es einen interessanten Erfahrungswert, der immer wieder Erstaunen auslöst, das 50:1-Gesetz. Es besagt, daß von 50 Interessenten nur einer Partner wird. Daran zeigt sich, daß es für systematisches professionelles Partner-Marketing keine Alternative gibt.
6 Schritt für Schritt zum Marktführer
Nicht nur ein umfangreiches Buch, sondern eine ganze Bücherei ließe sich mit ähnlichen Erfolgsbeispielen füllen. Die Beispiele zeigen, daß sich im Franchising außergewöhnliche Chancen auftun. Wenn diese Erfolge keine Einzelfälle sind, sondern sich -zigfach und tagtäglich weltweit ereignen, dann muß noch mehr dahinterstecken als ein effizientes Vertriebssystem.
Der Grund, daß die Entwicklung in Deutschland viel langsamer vorankommt als in allen anderen westlichen Ländern, liegt in der gesetzlichen und steuerlichen Überregulierung sowie in der Unterentwicklung unternehmerischen Denkens in unserem Lande. Im Zeitalter der Globalisierung bringt das Franchising ganz einfach handfeste Vorteile. Es ist durchaus möglich, in eigener Regie den national erfolgreichen Weg im Ausland fortzusetzen.
7 Zusammenfassung
Unternehmen, die ein Franchise-System aufbauen wollen, haben zunächst eine längere Aufbau-Phase vor sich. Der schrittweise, systematische Weg, wie es das 7-Phasen-Starsystem bietet, ermöglicht die erfolgreiche Realisierung. Er führt folgerichtig zur Profilierung, zur Multiplizierung und schließlich zur Marktführerschaft, wenn Leitbild und Firmenphilosophie zwei Dauerziele verfolgen:
Eine faszinierende unternehmerische Aufgabe! Mit der geballten Kraft der kleinen Einheiten ist es möglich, Spitzenleistungen zu bringen, die herkömmlich nicht erreichbar wären. Franchising verbindet die Macht der Größe mit der Qualifikation und dem Einsatz der Menschen vor Ort.
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