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Herbert G. H. FaustmannVisionen verwirklichen –
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„Entscheide besser ungefähr richtig, als genau falsch.“ Viele warten oft zu lange mit einer notwendigen Entscheidung und manövrieren sich damit zwangsläufig aus der Chance, agieren zu können, in den Zwang, reagieren zu müssen. |
Anders – und ich bin davon überzeugt, viel leichter – stellt sich der Entscheidungsprozeß dar, wenn Sie Ihre Situation rechtzeitig und einigermaßen konkret kennen und einschätzen können und wenn Sie eine Vision entwickelt haben, die einen zukünftigen Idealzustand, möglichst visuell unterstützt, beschreibt. Dabei ist die Vision entscheidend wichtiger als die Beschreibung der Ausgangssituation.
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Den größten Antrieb zur Entwicklung, zu notwendigen Veränderungen – ganz besonders bei strategischen, also weitreichenden Entscheidungen – bekommen Sie aus einer starken Vision! |
Eine Vision beflügelt, konzentriert und stabilisiert. Sie gibt Antwort auf die Frage: „Was will ich wirklich?“ Erst wenn diese Frage beantwortet ist, kann eine Stärkenanalyse erstellt werden („Worin liegen meine Stärken?“), können das Geschäftsfeld („In welchem Bereich werde ich arbeiten?“) und die Zielgruppe („Mit wem und für wen will ich arbeiten?“) festgelegt sowie die Innovations- und die Kooperationsstrategie gefunden werden. Diese Reihenfolge gilt für Einzelpersonen wie für Unternehmen gleichermaßen. Es ist die Vision, die Unbeirrbarkeit, Entschlossenheit und Ausdauer verleiht – Tugenden, die uns schon Benjamin Franklin ins Stammbuch geschrieben hat.
Die Vision steht nicht am Anfang, sondern am Ende eines Prozesses, der der Projektfindung und -entwicklung dient:
Dieses Prozedere hat sich in vielen Projekten bewährt.
Die Vorgehensweise endet mit der Vision, und das ist kein Zufall. Wenn ich wirklich etwas verändern will oder muß, dann ist es bei allen Unannehmlichkeiten, die solche Veränderungs- bzw. Innovationsprozesse womöglich mit sich bringen, wichtig, einen starken Antrieb, ein Motiv zu haben, und das ist die Vision.
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Eine Vision ist die Beschreibung einer Situation oder eines Zustandes, der in der Zukunft Realität sein wird. Eine Vision wird beschrieben – und möglichst auch visualisiert –, als wäre sie bereits Wirklichkeit. Es wird also kein Wunschzettel, kein Plan gemacht, sondern ganz konkret ein Zustand beschrieben, der in einer definierten Zukunft sein wird. |
Wenn Sie eine Vision für Ihr Unternehmen erarbeiten wollen, dann formulieren Sie doch einmal einen Pressetext, der in fünf Jahren im Wirtschaftsteil einer großen Zeitung erscheinen wird. Das könnte sich z. B. so lesen:
„Wir hatten damals die prekäre Situation, die Konzentration auf unsere Zielgruppe einfach verschlafen zu haben. Hunderttausende steckten wir in die Werbung und natürlich auch in die Sondereinzelkosten der Fertigung, weil wir weit davon entfernt waren, Serien aufzulegen. ... Heute, nach fünf Jahren, dürfen wir feststellen: Wir haben unsere Marktposition gefestigt, wir kooperieren mit engagierten Partnern, unsere Zielgruppe bindet uns in ihre Entwicklungsprozesse ein ... Unsere zukünftige Entwicklung sehen wir in ...“
Wenn Sie diese Vision für sich als Person erarbeiten wollen, dann formulieren Sie eine Tagebuchseite, wie Sie sie in fünf Jahren schreiben würden.
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Entscheidend für die Gestaltung (Formulierung und Visualisierung) einer Vision ist, daß sie für Sie mit allen Sinnen erfaßbar ist. Sie müssen die neue Situation fühlen, sehen, spüren, ahnen, sich vorstellen können, atmen ... – also auch emotional erfassen können, und Sie müssen den Kurs, das Tempo und das Umfeld erkennen können. |
Fangen Sie einfach an und beschreiben Sie konkret, wie Sie arbeiten, wohnen, leben werden und wie Sie die Vision umsetzen. Am besten unterstützen Sie alle Formulierungen durch ausdrucksvolle Skizzen und Bilder (vgl. dazu den Beitrag von H. Gunkler: „Nutzen sichtbar machen“). Wenn Sie einen PC und die entsprechende Software haben, entwickeln Sie eine selbstlaufende Präsentation. Ihr Vorteil: Jeden Tag können Sie mit Ihrer Vision starten – das sind Ihre ganz persönlichen, stillen, aber motivierenden fünf Minuten. Sie werden merken: Jedes Mal, wenn Sie die Vision anschauen, kommen Ihnen neue Ideen, Konkretisierungen und kleine Korrekturen – das Bild wird immer schärfer und ausdrucksvoller! Wenn Sie Ihre Vision nicht auf dem PC erstellen wollen, können Sie auch mit Hilfe von Zeitschriften und Fotos Collagen kleben.
Die Vision ist die Beschreibung Ihrer persönlichen und ganz individuellen Situation ab einem Tag X, den Sie konkret festlegen. Das sich dieser Vision anschließende und unterordnende Zielsystem ist die Beschreibung des Weges dorthin.
„Ziele sind Visionen mit Termin“, so ist es treffend in der Programmdokumentation des TaskTimer® formuliert. Ziele sind genau wie eine Vision die Beschreibung eines in der Zukunft liegenden Zustandes oder Sachverhaltes. Der Unterschied liegt eigentlich nur in den Zeitspannen und in der jeweiligen Komplexität. Wir unterscheiden
Wie weit Sie Ihre Zielhierarchie nach unten herunterbrechen, hängt von Ihrem Planungsbewußtsein und Ihren Planungszeiträumen ab. Eine sinnvolle Empfehlung könnte lauten: strategische Ziele, Jahresziele, Monatsziele. Wichtig ist aber, daß mit jeder Spezifizierung die Konkretisierung zunehmen muß.
Es gibt drei Kriterien, die Sie bei jeder vernünftigen Zieldefinition berücksichtigen sollten:
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Erreichbarkeit: Wir verstehen Ziele als Weg zur Erfüllung unserer Vision. Das heißt nicht, daß sie keine Herausforderung mehr darstellen, sondern lediglich, daß der im Ziel formulierte Weg uns einen Schritt näher an unsere Vision heranführt.
Erkennbarkeit: In der Zielformulierung sollte der neue Zustand, die neue Situation, die neue Lösung, das neue Produkt usw. so konkret beschrieben werden, daß man es mit allen Sinnen wahrnehmen kann. Um ein Ziel erreichen zu können, muß man das Ergebnis ständig vor Augen haben. Das ist kein großer Unterschied zur Vision – es ist nur konkreter.
Unverwechselbare präzise Formulierung: Die zunehmende Konkretisierung ist als Bedingung festgeschrieben.
Klarheit und Eindeutigkeit der Zielformulierung bestimmen Motiv(ation), Engagement, Intensität und Ausdauer des Zielerreichungsprozesses.
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Klarheit läßt sich erreichen, wenn wir ein Ziel so formulieren, als wäre es bereits erreicht. |
Beispiel für ein Jahresziel: „Bis zum Jahresende habe ich sechs Silberstrukturen aufgebaut und damit den Rang eines Platinfachberaters erreicht.“
Es gibt bewährte Verfahren, die uns wirkungsvoll unterstützen, Zielfindungsprozesse kreativ, innovativ und letztendlich systematisch zu gestalten. Im folgenden will ich eine Reihe von Tools und Methoden vorstellen, die sich als nützlich erwiesen haben.
Die hier vorgestellten Methoden in die persönliche Arbeitstechnik zu integrieren ist sicherlich nicht einfach, aber unverzichtbar.
Durch die Vision und ein darauf aufbauendes qualifiziertes Zielsystem sind Motiv und Orientierung gegeben und abgesichert; durch die entsprechenden Methoden, Techniken und Tools haben wir das Werkzeug für die Zielerreichung zusammengestellt. Was jetzt noch fehlt, sind Partner und/oder Mitarbeiter, die uns helfen, die Ziele und die daraus abgeleiteten Projekte und Aufgaben zu realisieren.
Um zu wissen, wie Sie die richtigen Partner finden, müssen Sie zuerst wissen, welche Partner Sie überhaupt suchen. Das klingt banal, aber orientiert an der Wirklichkeit, lassen sich alle Probleme mit Mitarbeitern und Partnern immer wieder auf diesen Punkt zurückführen: Wir wissen oft nicht, welche Partner wir suchen, und stoßen dann häufig auf solche, die wir eigentlich nicht wollten; das merken wir allerdings immer erst viel später.
Ein junger Malermeister, der sich selbständig gemacht hatte, merkte sehr schnell, daß er an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit kam. Trotz allen Engagements, trotz Arbeitszeiten von mehr als 10 Stunden täglich, konnte er den Arbeitsanfall – Kundenaufträge plus Büroarbeit – nicht mehr bewältigen. Er stand vor der Alternative: weniger Kundenaufträge oder ein zusätzlicher Mitarbeiter? Da er nicht unbedingt weniger verdienen wollte, entschied er sich für einen weiteren Mitarbeiter – aber wen?
- Alternative 1: ein Mitarbeiter, der noch formbar war, dem er als Fachmann etwas vormachen konnte, der ihn auf jeden Fall immer als Chef akzeptierte.
- Alternative 2: ein Mitarbeiter, ggf. ein junger Meister, der selbständig und unabhängig Kundenaufträge ausführen und noch einiges mehr tun konnte.
In einer Beratung wurde ihm Alternative 2 empfohlen. Mit einem selbständig arbeitenden Mitarbeiter konnte er seine Kapazität um mindestens 90 % vergrößern und trotz des eventuell höheren Gehalts seinen Umsatz und auch seinen Gewinn spürbar erhöhen, sofern es ihm gelang, diesen neuen Mitarbeiter richtig zu führen.
Der junge Malermeister hatte jedoch Angst vor der Situation: ein hohes Gehalt für den Meister, dessen Eigenständigkeit und die Übernahme von ungewohnten Führungsaufgaben schreckten ihn ab. Er entschied sich daher für zwei Lehrlinge. Diese waren leicht zu führen, verursachten geringe Kosten, und nach wenigen Monaten wäre eine Steigerung der Kapazität möglich gewesen.
Doch nach einem Jahr sah die Realität anders aus: Der Kapazitätszuwachs betrug nicht einmal 40 %, auf jeder Baustelle mußte er Nacharbeit leisten, Fahrtzeiten und Fahrtkosten nahmen zu, auch der Verwaltungsaufwand stieg, und an Urlaub war nicht zu denken. Kosten hatte er auch keine gespart.
Dieser Fall zeigt:
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Die Auswahl der richtigen Partner und letztendlich auch Mitarbeiter hängt entscheidend von der Beantwortung der zwei wichtigsten Fragen ab:
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Mit jedem Partner, mit jedem neuen Mitarbeiter müssen Leistungsfähigkeit, Effizienz und die Chance, die Vision zu verwirklichen – das Zielsystem zu erfüllen – spürbar zunehmen. Das ist keine Entscheidung auf der Basis einer Kostenrechnung, sondern auf der Basis der Zielsetzung (Vision, Ziele, Projekte, Aktivitäten, Termine, Ergebnisse).
Wir können nicht länger von Hochleistungsteams, Kooperation und Partnerschaft träumen, aber nicht bereit sein, auch einen entsprechenden Preis dafür zu zahlen, der sich meistens nur als ein Umdenken herausstellt. Vielleicht hilft hier die Strategie, die zwischenzeitlich in einem Netzwerk-Marketing-Konzept vereinbart ist:
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Nur wenn ich meine Partner unterstütze, erfolgreich zu werden und zu bleiben, habe ich eine Chance, selbst – und in diesem Falle automatisch – erfolgreich zu werden. |
Ob nun Einzelperson, Unternehmer oder Führungskraft (Angestellter), jeder will seine Leistungsfähigkeit und Effizienz erweitern, will wachsen und sich weiterentwickeln. Dazu braucht er Mitarbeiter und Partner, was folgende Punkte voraussetzt:
Um das Team zu schmieden, müssen die Bedingungen konsequent weitergedacht werden:
Diese Empfehlung ist weitgehend auf ein partnerschaftliches Netzwerk Selbständiger ausgerichtet. Sicherlich sind die Bedingungen und die Möglichkeiten im Abhängigkeitsverhältnis bei angestellten Mitarbeitern ein bißchen eingeschränkt. Dennoch gilt nach Wolfgang Berger:
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„Unternehmerisches Blühen und Gedeihen entspringt nicht aus wirtschaftlichem Wachstum, sondern aus menschlichem Wachstum. Die einzige Aufgabe der Unternehmen ist es, Menschen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung zu verschaffen.“ |
Trotz aller Sorgfalt und Systematik bei der Teamzusammenstellung und der Rekrutierung von Mitarbeitern wird es in der Zusammenarbeit immer wieder unterschiedliche Auffassungen, Einschätzungen und auch Meinungen geben, die – wenn wir sie nicht erkennen oder kanalisieren – zu unnötigen Spannungen und letztendlich Fehlentwicklungen führen können. Abstimmungen und Vereinbarungen können hier helfen. Zwei Techniken können Ihnen wirkungsvoll helfen, die Zusammenarbeit durchgängig erfolgreich zu gestalten:
Jeder Vereinbarung mit Commitment sind zwangsläufig Erfolgsfaktoren zugeordnet. Diese Erfolgsfaktoren sollten in jeder Abstimmungsphase eingeschätzt und bewertet werden. Bei Abweichungen und großer Streubreite in der Beurteilung sollten Sie sofort versuchen – möglichst in gemeinschaftlicher Problemlösung (Gruppenarbeit) – eine Justierung zu erreichen, wozu sich die KEF-Analyse eignet. In diesem Zusammenhang möchte ich das Prozedere konkretisieren:
| Das Einschätzungsraster sieht folgendermaßen aus: | |
| +3 absichern, +2 investieren, +1 sehr gut | |
| 0 = o.k. | |
| – 1 aufpassen, – 2 gegensteuern, – 3 entscheiden | |
Bei Bewertungen und Einschätzungen von +2 bis +3 und –2 bis –3 sowie bei großer Streubreite ist sofort zu reagieren.
Das Zielerreichungs-Szenario (Dramaturgie der Gruppenarbeit) umfaßt die Fragen:
Alle Abstimmungen lassen sich wirkungsvoll „auf den Punkt“ gestalten, wenn man sich der Technik der Entscheidungsvorlage bedient. Abstimmung heißt doch nichts anderes, als eine Entscheidung (Zustimmung) anderer einzuholen. Um diese Entscheidung auch bekommen zu können, muß sie qualifiziert vorbereitet werden. Hier eine bewährte Struktur:
Mit diesen beiden Techniken können Sie Ihre Zusammenarbeit überzeugend auf einen neuen Qualitätsstandard heben und damit Ihre persönlichen Projekte erfolgreicher gestalten.
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„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen“ (John Lennon). Wer eine Vision hat, für den sind oder werden die zu entwickelnden Pläne sicherlich Teil des Lebens. |
Literatur
Berger, Wolfgang: Business Reframing. Das Ende der Moden und Mythen im Management. Wiesbaden, 1996 (Zitat S. 74).
Blenchard, Kenneth / Carew, Donald / Paris-Carew, Eunice: Der Minuten-Manager schult Hochleistungs-Teams. Reinbek, 1992.
Franklin, Benjamin: Lebenserinnerungen. Hrsg. v. Manfred Pütz. München, 1983.
Mewes, Wolfgang: Die kybernetische Managementlehre (EKS). Frankfurt, 1971.
Time/System International: TaskTimer® a/s Denmark, 1999.
Weigle, Gerhard: Der Königsweg in die Arbeitswelt von morgen. Führungsqualität und Informationstechnik. Hamburg, 1989.
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