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Karl Matheis

Fit for Business –
Wie Manager sich gesund halten können

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Inhaltsverzeichnis:

1 Die biologische Lebenskurve

2 Gesünder leben – einige Tips

3 Keine Zeit für den Doktor – was macht der überhaupt?

4 Elektroakupunktur – Hilfe aus der alternativen Medizin

5 Man müßte nochmal zwanzig sein ...

6 Warum und wozu braucht ein Mann Hormone?

7 Es ist an der Zeit für Anti-Aging

8 Was tun?

9 Zehn goldene Lebensregeln

Männer brauchen keinen Arzt. Männer haben auch gar nicht die Zeit, stundenlang in Wartezimmern herumzusitzen. Männer sind gesund.

Sie arbeiten 14 Stunden und länger pro Tag. Sie ernähren sich im Stehen – oder sitzen noch spät bei ausgiebigen Geschäftsessen, wo der Alkohol ein besseres Verhandlungsklima schafft. Sie düsen um die ganze Welt, sie ignorieren Zeitumstellung und Klimawechsel. Männer stehen unter Konkurrenzdruck, sie brauchen Erfolg. Männer sind eben immer „voll drauf“. Dummerweise sterben sie nur früher.

1 Die biologische Lebenskurve

Es ist Zeit, mit einem Irrtum aufzuräumen. Es gilt nämlich keineswegs nur für die Frauen, daß die biologische Lebenskurve über Kindheit und Jugend ansteigt und sich von der Lebensmitte an langsam absenkt. Bei den Frauen wird dieser Prozeß mit dem Ausbleiben der Monatsblutung lediglich deutlicher. Doch auch Männer – diese Erkenntnis bricht sich in der modernen Medizin immer mehr Bahn – kommen in die Wechseljahre, auch wenn der Prozeß bei ihnen allmählicher und langsamer verläuft. Die vielzitierte Midlifecrisis tritt nicht nur auf, wenn sich die Karriere festgefahren hat, sondern sie hat auch handfeste biologische Ursachen.

Man muß ja nicht gleich krank sein. Zuerst schleicht sich nur ein leichtes Unbehagen ein. Alles geht nicht mehr so leicht wie früher. „Befindlichkeitsstörungen“ sagt der Arzt dazu. Veränderung des allgemeinen Wohlbefindens, Nachlassen der Libido, Haarausfall, Muskelschwäche, Neigung zum Schwitzen, Schmerzen in den Gelenken, unruhiger Schlaf, Gewichtszunahme, Schwierigkeiten mit Herz und Kreislauf, häufigere Infekte, Depressionen, Erschöpfung, gereizte Stimmung:

Die Liste der unangenehmen Beschwerden, die die Medizin heute mit den männlichen Wechseljahren in Zusammenhang bringt, ist lang. Und sie wirken sich nicht nur auf die Lebensfreude, sondern auch erheblich auf die Arbeitsleistung aus. Wechseljahresbedingte Beschwerden können zum persönlichen Engpaß werden.

Deshalb beginnt die Medizin seit einiger Zeit umzudenken. Sie hat erkannt, daß – ähnlich wie in der Gynäkologie – auch die gesundheitliche Betreuung der Männer, zumal wenn sie im Berufsalltag stark gefordert sind, viel früher und vorbeugend ansetzen muß.

2 Gesünder leben – einige Tips

Eine gesunde Lebensweise ist besser als jede Medizin. Und Leben heißt in erster Linie Bewegung. „Wer seinen Körper trainiert, kann auch geistige Höchstleistungen erbringen“, hat Niki Lauda gesagt. Sport, maßvoll betrieben, kann den natürlichen Alterungsprozeß verzögern. Ausdauertraining senkt den Blutdruck und die Pulsfrequenz, normalisiert Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und unterstützt das Immunsystem, so daß die körpereigenen Hormone ihre Wirkung besser entfalten können. Deshalb muß man aber nicht gleich zum Leistungssportler werden: 10 Minuten täglich auf dem Hometrainer tun es auch. Dabei sollte der Puls aber nicht über 120 Schläge pro Minute steigen, weil im sogenannten aeroben Bereich die Sauerstoffaufnahme durch den Organismus am besten funktioniert. Und wie steht es mit der gesundheitsbewußten Ernährung?

Den vielen Wunderdiäten, die als Geheimtip gehandelt werden, soll hier keine neue hinzugefügt werden. Es macht auch keinen Sinn, Essen und Trinken ständig mit Verboten zu belegen – beides ist schließlich auch eine Quelle von Freude und Genuß.

Daher nur ein paar Grundregeln, die leicht zu befolgen sind: Auf übermäßigen Zuckergenuß in Kaffee, Süßigkeiten und Gebäck lieber verzichten. Insbesondere der raffinierte weiße Zucker ist der Gesundheit nicht zuträglich. Er jagt den Blutzuckerspiegel hoch, so daß die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin ausschütten muß – und das schadet auf Dauer den inneren Zellen und den Blutgefäßen. Übrigens, auf die gleiche Weise ungesund sind auch Produkte, die mit weißem Mehl zubereitet sind. Versuchen Sie es daher einmal mit Vollkornbrot, Vollkornkuchen, Vollkornnudeln, ungeschältem Reis – da bekommen Sie gleichzeitig eine gute Portion Vitamine und Mineralstoffe.

Kaffee sollte nur mäßig genossen werden, denn er belastet unnötig Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse, erhöht den Blutdruck und die Fettwerte. Vorsicht bei Alkohol und Nikotin: Das sind Genußmittel, keine Nahrungsmittel! Überdies macht Alkohol schnell euphorisch, und Nikotin verringert die Sauerstoffversorgung und damit die Leistung des Gehirns. Also wenn es im Betrieb „ums Ganze“ geht: Finger weg vom Glas und von der Zigarette!

Essen Sie wenig Fleisch, stattdessen mehr Fisch. Ganz besonders wichtig ist eine ausgewogene Zufuhr von Vitaminen durch frisches Gemüse und frisches Obst.

Wer es genauer wissen will, dem sei das Buch Der Zuckerknacker empfohlen. Es enthält keine Diätregeln, sondern empfiehlt einfach eine Auswahl von Speisen, die den Blutzuckerspiegel schonen. Auch wenn Sie süße Pfunde loswerden wollen, schauen Sie dort nach.

Und im übrigen sollten wir uns an ein altes chinesisches Sprichwort halten: „Das Abendessen überlasse deinen Feinden!“ Dahinter steckt die alte Weisheit, daß der Körper nachts „auf Sparflamme“ fährt, um sich zu regenerieren. Stören wir ihn nicht dabei durch schweres Essen und inhaltsreiche Getränke! Es geht das Gerücht, daß die britische Queen Mum – eine Symbolfigur unverwüstlicher Gesundheit bis ins hohe Alter – seit ihrem 50. Lebensjahr kein Dinner mehr zu sich genommen habe. So weit müssen Sie es vielleicht nicht treiben, aber zwei- bis dreimal pro Woche kann man gut ohne Abendessen auskommen.

Sitzen Sie bequem oder hängen Sie durch? Verkrampfen sich die Schultern beim Autofahren? Schmerzen die Gelenke beim Laufen? Dann sollten Sie an ihren Rücken denken. Es gibt Stühle und Tische, Autositze und Schuhe, die nach den neuesten arbeitsmedizinischen Erkenntnissen konstruiert sind. Auskunft gibt die „Aktion Gesunder Rücken (AGR)“.

3 Keine Zeit für den Doktor – was macht der überhaupt?

Wieviel Zeit, wieviel Energie verlieren Sie, wenn Sie morgens abgeschlagen am Schreibtisch sitzen? Wenn Sie sich müde und unlustig mit Ihren Geschäftspartnern treffen? Wenn Sie sich bei Verhandlungen nicht richtig konzentrieren können?

Haben Sie wirklich keine Zeit, zum Arzt zu gehen?

Die am weitesten verbreiteten Symptome einer unklaren gesundheitlichen Beeinträchtigung sind eingangs beschrieben worden. Jedes einzelne kann natürlich eine organische Ursache haben. Das muß zuerst in der Sprechstunde des Arztes abgeklärt werden. Am Anfang wird eine sorgfältige Befragung des Patienten stehen, die Aufschluß über seine Krankheits- und, soweit erforderlich, auch über seine Lebensgeschichte gibt. Suchen Sie einen Arzt, der sich für diese Aufgabe Zeit und Ruhe nimmt – denn die Praxis zeigt: In jedem zweiten Fall ergeben sich bereits aus dieser Befragung die richtigen Hinweise auf den Gesundheitszustand des Patienten. Gewinnt der Arzt einen konkreten Verdacht, so wird er dann mit den klassischen Diagnosemitteln wie Blutuntersuchung, Röntgen, Ultraschall, Computer- oder Kernspintomografie seine Diagnose sichern und danach die Behandlung einleiten.

4 Elektroakupunktur – Hilfe aus der alternativen Medizin

Nicht immer führen die klassischen Methoden der Schulmedizin zu einem zufriedenstellenden Untersuchungsergebnis. Doch auch dann gibt es Mittel und Wege, undeutliche Krankheitsbilder abzuklären. Mit der vom Arzt Dr. Reinhold Voll entwickelten Elektroakupunktur (EAV) zum Beispiel steht heute ein differenziertes Untersuchungsverfahren zur Verfügung – das freilich bisher nur von wenigen, eigens geschulten Ärzten angewendet und von den Kassen noch nicht erstattet wird.

Elektroakupunktur ist eine äußerst hellhörige „Alarmanlage“ und kann eingesetzt werden, wenn das gesundheitliche Wohlbefinden längerfristig schwindet, wenn sich die Konzentration nicht mehr einstellen will, wenn der Schlaf nicht mehr so tief und selbstverständlich kommt und die Nachtruhe keine Erholung mehr schenkt. Sie basiert auf der uralten chinesischen Lehre von den Körperpunkten, über die sich organische Reaktionen stimulieren lassen, und verbindet damit die Erkenntnisse und Erfahrungen der homöopathischen Medizin.

Elektroakupunktur hilft auch dann weiter, wenn die klassische Schulmedizin ein Krankheitsbild nicht klären kann.

Das funktioniert so: Mittels eines niederfrequenten Stromes wird an den Akupunkturpunkten der Hautwiderstand gemessen. Der Stromkreis durch den Körper besitzt ein elektromagnetisches Feld, das über die Resonanz Funktionsstörungen und Krankheiten signalisiert. Dadurch können krankhafte Vorgänge im Körper frühzeitig erfaßt werden – zu einem Zeitpunkt also, an dem noch kein irreparabler Schaden entstanden ist.

Besonders bewährt hat sich die Elektroakupunktur beim Aufspüren von Infektresten und Pilzbefall, bei unklaren Allergien, bei Zahn- und Kiefererkrankungen sowie bei Beschwerden, die durch die Einwirkung giftiger Stoffe aus der Umwelt verursacht sind, wie beispielsweise Amalgam oder Palladium aus zahnärztlichen Werkstoffen. Weiterhin kann die EAV Mangelzustände des Organismus aufzeigen und die sogenannten Herd- und Störfeldbelastungen aufspüren, wie Entzündungen in den Mandeln, den Zähnen, den Nasennebenhöhlen und anderen Körperorganen.

Gleichzeitig kann man mit der Elektroakupunktur auch die Reaktion des Patienten auf – meist homöopathische – Medikamente testen, die sich zur Behandlung der aufgefundenen Beschwerden eignen. Dazu ein Beispiel aus der Praxis:

Ein 48jähriger Betriebsleiter sollte frühzeitig in Rente geschickt werden, weil er seinen Aufgaben nicht mehr gewachsen war. Er litt unter Muskelschmerzen in Armen und Beinen, Kopfschmerzen und Sehstörungen. Vom Hausarzt über diverse Fachärzte bis zum Psychiater hatte er eine typische „Patientenkarriere“ hinter sich – ohne Ergebnis. Erst die Untersuchung mit der Elektroakupunktur ergab eine neue Spur: An den entsprechenden Nervenpunkten wurde Blei ausgetestet – der Patient war im Außendienst viel in Großstädten unterwegs. So wurde als Therapie die Entgiftung mit einer homöopathischen Bleiverdünnung durchgeführt. Innerhalb weniger Wochen waren die Beschwerden abgeklungen, und der Betriebsleiter konnte seine Arbeit wieder aufnehmen.

5 Man müßte nochmal zwanzig sein ...

Finden sich keine Umweltgifte, kein Virus, zeigt sich kein Gallenstein, aber fühlt sich der Patient trotzdem nicht wohl, dann ist ganz einfach an das Älterwerden zu denken. Aber auch dies ist heute kein Schicksal mehr, das man einfach hinnehmen müßte. Anti-Aging heißt das Zauberwort. Es kommt wie so vieles aus Amerika, wo die Medizin praktische Konsequenzen gezogen hat aus der Erkenntnis, daß Gesundheit die Voraussetzung für Lebensfreude und Schaffenskraft – und damit letztlich auch für geschäftlichen Erfolg – ist.

Daß die Wechseljahre der Frau durch eine Veränderung des Hormonhaushalts ausgelöst werden, ist eine bekannte Tatsache. Die moderne Gynäkologie hat darauf reagiert, indem sie Hormonbehandlungen entwickelte, die die Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens in den Wechseljahren weitgehend auffangen.

Nach dem gleichen Prinzip wie bei Frauen kann heute auch Männern in der Lebensmitte zu mehr Gesundheit und Schaffenskraft verholfen werden. Denn auch die männlichen Wechseljahre (die Medizin spricht vom Klimakterium virile) werden durch Veränderungen des Hormonhaushaltes ausgelöst.

Wolfgang Mewes stellte 1978 die Hypothese auf, daß die Leistungskraft mit einem ausgeglichenen Hormonhaushalt zusammenhänge, weil dieser eine Voraussetzung sei für die Mobilisierung aller Kräfte und eine positive Streßbewältigung („Eu-Streß“, EKS-Heft 11, S. 49). Eine neu gegründete Internationale Gesellschaft für Studien über den Alterungsprozeß des Mannes versucht dieser Erkenntnis zum Durchbruch zu verhelfen. Sie bietet zum Anti-Aging Fortbildungskurse und Schulungen für Ärzte an und will damit gleichzeitig verhindern, daß sich unseriöse Wunderheiler zum Schaden der Patienten auf diesem Feld zu tummeln beginnen. Daß es in den USA Hormonpräparate im Supermarkt zu kaufen gibt, die man(n) nach Gusto schlucken kann, ist eine Entwicklung, die deutsche Mediziner vermeiden wollen. Denn obgleich Hormone natürliche, körpereigene Substanzen und in diesem Sinne keine „Chemie“ sind, funktionieren sie nur im harmonischen Gleichgewicht – und das ist schnell aus den Fugen gebracht.

6 Warum und wozu braucht ein Mann Hormone?

Jedes Hormon ist ein Molekül, das zu einer Zelle geht, dort an einem Rezeptor andockt und einen biologischen Prozeß in Gang setzt. Nehmen wir einen Vergleich aus der Technik: Wenn der Organismus ein hochdifferenzierter Computer ist, dann haben Hormone die Funktion von E-Mails, die in Sekundenbruchteilen Informationen aussenden und entsprechende Reaktionen auslösen. Wenn also die Hormonproduktion nachläßt – und das beginnt auch bei Männern bereits um das 30. Lebensjahr herum –, dann gerät das komplexe Informationssystem des Körpers aus dem Gleichgewicht, die Kommunikation innerhalb des Organismus stimmt nicht mehr, und damit fängt der Alterungsprozeß an.

Es ist eigentlich kein Wunder, daß es ein Frauenarzt war, der die ersten Erfahrungen mit der Hormonbehandlung von Männern gesammelt hat. In einer breit angelegten Studie über einen Zeitraum von sechs Jahren hat er eine stattliche Liste von Symptomen zusammengetragen, die durch hormonelle Störungen bedingt und durch Hormonsubstitution zu bessern waren: von körperlichen Beschwerden wie Gelenk- und Rückenschmerzen, Hitzewallungen, Schlaf- und Potenzstörungen, trockener Haut und Haarausfall bis zum Nachlassen der intellektuellen Kraft und des Gedächtnisses sowie regelrechten seelischen Krisen wie Depressionen, Melancholie, ja Selbstmordgedanken. Wo mehrere dieser Symptome zusammentreffen – und das ist im fortschreitenden Alterungsprozeß notwendigerweise der Fall – werden Schaffenskraft und Lebensfreude ernstlich beeinträchtigt. Und dann kommt, um einen bekannten Spruch abzuwandeln, in vielen Fällen die Einsicht:

Gesundheit ist nicht alles – aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

Was spielt sich nun im einzelnen ab, wenn die hormonellen „E-Mails“ ausbleiben? Die Aktivität der inneren Organe – Milz, Niere, Bauchspeicheldrüse, Leber, aber auch der Muskeln und des Gehirns – nimmt ab. Das Auge verliert seine Fähigkeit zur Scharfeinstellung, die allgemeine Sehkraft verschlechtert sich, und die Lesebrille wird fällig. Die Fähigkeit zum Hören läßt allmählich nach – u. a. eine Folge der schlechteren Durchblutung des Innenohres.

Das Immunsystem wird schwächer, Infektionen und Krankheiten werden häufiger, vornehmlich die Infekte der Atemwege. Das Haar wird dünner und verliert seine Farbe. Die Haut verliert ihre elastischen Stützfasern und bildet Falten. Ursache ist das Ungleichgewicht der Geschlechtshormone. Natürliche oder auch künstliche UV-Bestrahlung (Sonnenbaden) beschleunigt diesen Prozeß.

Die Gelenke zeigen knotige Verdickungen, sie beginnen zu schmerzen. Fett lagert sich an, der Anteil an Körperwasser nimmt ab.

Um das 40. Lebensjahr herum beginnt der schleichende Abbau des Knochengewebes. Wirbelsäule, Hüfte und Beine sind besonders betroffen, Mangel an Bewegung beschleunigt diesen Prozeß.

Zwischen dem 50. und dem 55. Lebensjahr – manchmal sogar schon sehr viel früher – setzt die Andropause ein: ein neuer medizinischer Begriff, der aus der griechischen Sprache abgeleitet ist („andro“ = Mann; „pause“ = Ende). Es ist eine Krise, die die Manneskraft, aber darüber hinaus auch die allgemeine Lebenskraft betrifft. Sie zeigt sich in der Abnahme der Libido, in Nachlassen oder Verlust der Erektionsfähigkeit, in Erschöpfungszuständen, Lethargie, Depressionen, Nervosität und im Nachlassen der Arbeitskraft.

7 Es ist an der Zeit für Anti-Aging

Anti-Aging ist eine Strategie gegen den komplexen Alterungsprozeß. Der Hormonstatus wird gemessen, festgestellte Defizite werden durch Zuführung von Hormonen ausgeglichen.

Am bekanntesten ist sicherlich das „männliche“ Hormon Testosteron. Es steigert ganz allgemein die Aktivität und das Leistungsvermögen, regt den Sexualtrieb an und steuert wie ein Aphrodisiakum Libido und Potenz. Es ist für das Wachstum und die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale verantwortlich und sorgt für Muskelaufbau und Fettabbau.

Weniger bekannt dürfte sein, daß der männliche Organismus ebenso auf das „weibliche“ Hormon Östrogen angewiesen ist: Es sorgt beim Mann für die Fruchtbarkeit und die Beweglichkeit der Samenzellen. Seit einigen Jahren gibt es Erfahrungen in der Behandlung von Männern mit diesem Hormon – die Ergebnisse sind eindrucksvoll. Die Anfälligkeit für Herz- und Kreislauferkrankungen geht zurück, der Knochenaufbau wird stimuliert. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen werden positiv beeinflußt. Nebenwirkungen sind bisher nicht beobachtet worden – freilich muß eine solche Behandlung sorgfältig vom Arzt kontrolliert werden.

Melatonin reguliert den Schlaf- und Wachrhythmus. Es senkt den Cholesterinspiegel, stimuliert das Immunsystem und neutralisiert das „Streßhormon“ Cortisol. Es ist keine Wunderwaffe, doch sind seine positiven Wirkungen in der Behandlung von Krebs, Alzheimer, Parkinson und Osteoporose in vielen Studien bestätigt worden.

DHEA (Dehydroepiandrosteron) gilt als das männliche Krafthormon. Es steuert Energie, Kraft und geistige Leistungsfähigkeit, frischt das Gedächtnis auf und stimuliert das Immunsystem, weshalb es ebenfalls bei der Behandlung von Krebs, von Virusinfektionen und der Alzheimerschen Krankheit erfolgreich eingesetzt wird.

Das Wachstumshormon (HGH – Human Growth Hormon) ist nicht nur für Heranwachsende von Bedeutung, es hat auch im erwachsenen Körper eine Vielzahl von Steuerungsfunktionen. Es sorgt ganz allgemein für Energie, steigert die Immunabwehr, aktiviert die Muskeln, baut Körperfett ab, senkt den Blutdruck, stärkt die Gedächtnisfähigkeit, beschleunigt die Wundheilung, sorgt für gesunde Haut und guten Schlaf. Zuviel HGH allerdings kann den Organismus total durcheinanderbringen. Deshalb sollte es nur von einem erfahrenen Spezialisten verschrieben und immer sorgfältig kontrolliert werden.

So vielseitig und hilfreich Hormone in der Medizin im Rahmen der Anti-Aging-Strategie eingesetzt werden können, es sei noch einmal daran erinnert: Hormonpräparate sind keine Vitaminbonbons. Zuviel des Guten kann schlimme Folgen haben. Daher muß auf jeden Fall zuerst eine exakte Analyse des Hormonstatus in einem Fachlabor durchgeführt werden. Erst wenn ein Defizit festgestellt ist und auch zu den Beschwerden passt, die der Patient angibt, ist Hormonsubstitution sinnvoll. Und dann sind auch keine unangenehmen Nebenwirkungen zu befürchten.

8 Was tun?

Noch werden Sie im Telefonbuch keinen „Männerarzt“ finden, denn eine solche fachärztliche Qualifikation, analog zum „Frauenarzt“, können Mediziner in Deutschland bisher nicht erwerben. Aber es gibt viele Ärzte, die mit der vorbeugenden Gesundheitsfürsorge für Männer Erfahrungen gesammelt haben. Demnächst wird sich auch eine deutsche Sektion der „Internationalen Gesellschaft für Studien über den Alterungsprozeß des Mannes“ konstituieren, die die Forschung weiter vorantreiben will und in der Wissenschaftler und Praktiker ein Diskussionsforum finden sollen.

9 Zehn goldene Lebensregeln

  1. Der Weg hinter mir wird immer länger, der Weg vor mir immer kürzer.
  2. Ich bin für mich wichtig.
  3. Was ich tue, bestimme ich selbst. Ich tue, was mir wichtig erscheint und was mir Freude macht.
  4. Ich pflege und verteidige mein privates Glück. Bin ich ausgeglichen, glücklich und zufrieden, so bin ich auch leistungsfähig.
  5. Ich lasse mich nicht unter Druck setzen – ich setze mich auch nicht selbst unter Druck
  6. Ich sehe mein Leben von seiner schönen Seite.
  7. Die Probleme des Alltags betrachte ich in Ruhe und löse sie mit Herz und Verstand.
  8. Ich achte auf meine Ernährung und auf mein Gewicht. Ich trainiere Körper und Geist.
  9. Kaffee, Alkohol und Nikotin genieße ich gelegentlich. Ich lebe nicht davon.
  10. Ich achte auf die kleinen Signale meines Körpers. Wenn es nötig ist, spreche ich rechtzeitig mit dem Arzt.

Zehn goldene Lebensregeln zum Beherzigen – aber:

Aktiv werden müssen Sie selbst!

Zum Abschluß eine kleine Weisheit von Eugen Roth. Er hat in diesem kurzen Gedicht eine hervorragende Zusammenfassung des männlichen Klimakteriums gegeben, welches in seiner Symptomatik völlig identisch ist mit dem der Frauen. – Leider hat sich Eugen Roth in einer depressiven Phase das Leben genommen.


„Von Wechseljahren weiß der Kenner,
Daß sie gefährlich auch für Männer.
Schon naht – sonst abhold der Verrohung –
Der Fachmann mit massiver Drohung:
Sie haben Sand in den Gelenken!
Sie können nicht mehr richtig denken!
Sie haben Kribbeln in den Beinen!
Sie fangen grundlos an zu weinen!
Sie sind versucht, sich selbst zu töten,
Sie leiden unter Atemnöten,
Schweiß rinnt von Ihnen, ganze Bäche!
Sie fürchten sich vor Mannesschwäche!
Sie haben Angst vor Frauenzimmern!
Sie leiden unter Augenflimmern,
Schlaflosigkeit und Nervenzucken,
Fußkälte, Kopfweh, Schwindel, Jucken,
Ihr Herz beginnt zu klopfen, jagen,
Müd sind Sie, nieder-, abgeschlagen!!
Der Ärmste, der dies schaudernd liest,
kriegts mit der Angst und sagt: ‚Na, siehst!‘
Und nimmt – das war der Warnung Willen –
Ab heut die guten Knoblauchpillen! ...“

Literatur
Huber, Johannes / Worm, Alfred: Länger leben, später altern. Wien, 1998.
Meryn, Siegfried / Metka, Markus / Kindel, Georg: Der Mann 2000. Die Hormon-Revolution. Wien, 1999.
Newsletter der Aktion Gesunder Rücken (AGR), 27432 Bremervörde
Rimkus, Volker: Der Mann im Wechsel seiner Jahre. Lebenslust statt Lebensfrust. Achtrup, 2000.
Roth, Eugen: Sämtliche Werke. München, 1977 (Gedicht auf S. 416).
Steward, H. Leighton / C. Bethea, Morrison / Andrews, Sam S.: Der Zuckerknacker. München, 1999.
Voll, Reinhold: Was ist EAV? Eine Information der Internationalen Gesellschaft für Elektroakupunktur nach Voll. (www.eav.de)

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